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Trump gegen Biden: Wer wollte was von der Ukraine

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22:23 21.09.2019
Donald Trump telefoniert im Weißen Haus (Archivfoto). Quelle: imago images / ZUMA Press
Washington

US-Präsident Donald Trump hat schwere Vorwürfe gegen den früheren Vizepräsidenten und demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden erhoben. Während sein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juli "völlig fein" gewesen sei, habe Biden als Vizepräsident von Kiew verlangt, einen Staatsanwalt zu entlassen, der gegen seinen bei einem ukrainischen Gasunternehmen tätigen Sohn Hunter ermittelt habe, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Andernfalls werde die Ukraine keinen großen Geldbetrag von den USA bekommen.

Während er in dem Gespräch mit Selenskyj nichts Falsches gesagt habe, sei Bidens Forderung ein "totales Desaster", twitterte Trump. "Die Fake News wissen das, aber wollen es nicht berichten", empörte er sich. Stattdessen hätten die ihm feindlich gesonnenen Medien - Trump schrieb "Fake News Media" - eine Geschichte über ihn fabriziert.

Wie die Demokraten wollten sie so weit wie möglich davon weg bleiben, dass Biden als Vizepräsident zugunsten seines Sohns interveniert habe. "Das ist die einzige und wirkliche Geschichte!", schrieb Trump.

Whistleblower: Trump sprach über Bidens Sohn

Nach ersten Medienberichten über eine formelle Beschwerde eines Whistleblowers im US-Geheimdienst hatten am Freitag über den Vorgang informierte Personen bestätigt, dass Trump mit Selenskyj über Bidens Sohn gesprochen habe. Trump habe Selenskyj gedrängt, Hunter Bidens Tätigkeit für ein ukrainisches Gasunternehmen untersuchen zu lassen, sagte ein Gewährsmann.

Der ukrainische Außenminister Wadym Prystaiko sagte in einem am Freitagabend veröffentlichten Interview mit dem ukrainischen Internet-Fernsehsender Hromadske, sein Land habe kein Interesse daran, Partei in amerikanischer Innenpolitik zu ergreifen.

Selenskyj habe aber auch das Recht, den Inhalt des Telefonats geheim zu halten. "Ich weiß, worum es in dem Gespräch ging, und denke nicht, dass es irgendeinen Druck (von Trump) gab", sagte Prystaiko. "Es war ein langes und freundliches Gespräch, bei dem es um viele Fragen ging, die manchmal schwerwiegende Antworten erforderten."

Biden: Trump soll Mitschrift preisgeben

Trump hatte am Freitag Vorwürfe, die ein Geheimdienstbeamter in einer formellen Beschwerde erhoben hat, zurückgewiesen. Seine Regierung lehnte es ab, diese Beschwerde öffentlich zu machen oder Angaben zu ihrem Inhalt zu machen. Zwei mit der Angelegenheit befasste Personen sagten, es drehe sich um mehrere Ereignisse, darunter ein Telefonat Trumps mit Selenskyj am 25. Juli, bei dem Trump Bidens Sohn angesprochen habe. Eine Gegenleistung in Form von US-Hilfe habe er nicht angeboten, sagte eine über den Inhalt des Telefonats informierte Person.

Joe Biden reagierte am Freitagabend scharf auf die aus Regierungs- und Behördenkreisen durchsickernden Informationen, über die zunächst mehrere Medien berichtet hatten. Trump missbrauche seine Macht und "demütigt unser Land". Biden forderte Trump auf, die Mitschrift des Telefonats vom Juli zu veröffentlichen, "damit das amerikanische Volk sich selbst ein Urteil bilden kann".

Trump trifft Selenskyj in New York

Trump hatte da die Vorwürfe bereits als "nichts" zurückgewiesen, der Generalinspekteur der US-Geheimdienste beschrieb die am 12. August eingereichte offizielle Beschwerde des Whistleblowers als "ernst" und "dringlich".

Trump wird kommenden Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung mit Selenskyj zusammentreffen, teilte das Weiße Haus mit. Es solle um Energie, Handel, den Kampf gegen Korruption, den Konflikt mit prorussischen Separatisten in der Ostukraine und Diebstahl geistigen Eigentums in der Ukraine durch Chinesen gehen.

Mehr lesen: Trump droht - "Lasse Gefangenen an eurer Grenze frei"

RND/AP

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