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Deutschland / Welt Tunesier erhalten den Friedensnobelpreis
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Tunesier erhalten den Friedensnobelpreis
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15:18 09.10.2015
Die Preisträger: Wided Bouchamaoui, Houcine Abbassi, Abdessattar ben Moussa und Mohamed Fadhel Mahmoud (v.li.) Quelle: afp
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Oslo

Die norwegische Jury gab die Entscheidung am Freitagvormittag in Oslo bekannt. Der Preis werde für die Bemühungen um eine pluralistische Demokratie in dem nordafrikanischen Land im Zuge des Arabischen Frühlings vergeben, hieß es in der Begründung für die prestigeträchtige Auszeichnung. Zu den möglichen Kandidaten für die Auszeichnung hatte in diesem Jahr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gehört.

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Das Quartett besteht aus dem tunesischen Gewerkschaftsverband (UGTT), dem Arbeitgeberverband (UTICA), der Menschenrechtsliga (LTDH) und der Anwaltskammer. Das Nobel-Komitee äußerte seine Hoffnung, dass der Nobelpreis Tunesiens Weg zur Demokratie sichern werde. Der Preis solle aber auch "Ansporn für alle sein, die Frieden und Demokratie im Nahen Osten, Nordafrika und im Rest der Welt voranbringen wollen". Verliehen wird der mit 8 Millionen schwedischen Kronen (etwa 850 000 Euro) dotierte Friedensnobelpreis am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel, in Oslo.

Glückwünsche von Merkel

Merkel hat den neuen Friedensnobelpreisträgern gratuliert. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, das Nobelkomitee habe eine "ausgezeichnete Entscheidung" getroffen. Das Quartett stehe stellvertretend für das Zusammenwirken der Zivilgesellschaft, um Bürgerrechte und -freiheiten zu erkämpfen und zu sichern. Der Preis sei der "verdiente Lohn" für das Festhalten an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Ein Volk, das die Diktatur abgeschüttelt habe, habe mehr verdient als eine neue Diktatur, sagte Seibert.

Auch die UN haben die Vergabe ausdrücklich begrüßt. "Wir brauchen die Zivilgesellschaft, um den Friedensprozess voranzutreiben", sagte ein UN-Sprecher am Freitag in Genf. Tunesien sei dafür ein "brillantes Beispiel". Das nordafrikanische Land sei einer der Staaten, die sich seit dem Arabischen Frühling in der Region am besten entwickelt hätten. Daher verdienten auch die Regierung und das Volk die Glückwünsche.

dpa/epd