Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt USA verhandeln mit syrischer Opposition
Nachrichten Politik Deutschland / Welt USA verhandeln mit syrischer Opposition
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:37 27.06.2014
US-Außenminister John Kerry bietet der gemäßigten syrischen Opposition Hilfe an. Quelle: dpa (Archiv)
Anzeige
Kairo

US-Außenminister John Kerry ist nach der Ankündigung massiver Unterstützung für die syrische Opposition mit führenden Gegnern des Assad-Regimes zusammengetroffen. Kerry kam am Freitag in Saudi-Arabien mit dem Vorsitzenden der oppositionellen Nationalen Syrischen Allianz, Ahmed al-Dscharba, zusammen. Das berichtete der Nachrichtensender Al-Arabija. Das Treffen wurde von einem schweren Streit über die Besetzung der militärischen Führung der Aufständischen in Syrien überschattet.

Der Ministerpräsident Ahmed Tome der von der Opposition selbst ernannten Regierung hatte am Donnerstagabend FSA-Generalstabschef Abdel Illah al-Baschir abgesetzt und den obersten Militärrat aufgelöst. Zugleich rief er die „revolutionären Kräfte“ dazu auf, innerhalb eines Monats eine neue militärische Führung zu bilden.

Anzeige

Die Freie Syrische Armee (FSA) wies die Entscheidungen am Freitag jedoch zurück. Die Interimsregierung und die FSA werden zur gemäßigten syrischen Opposition gezählt und beide vom Westen unterstützt. Im syrischen Bürgerkrieg gilt die FSA als schwächste der großen Oppositionsgruppen, die das Regime von Baschar al-Assad stürzen wollen.

Die Regierung von US-Präsident Barack Obama bittet den Kongress um 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) zur Unterstützung gemäßigter Rebellen in Syrien. Das Geld solle für Ausstattung und Training verwendet werden. Ziel sei es auch, damit die von der Opposition kontrollierten Gebiete zu stabilisieren, wichtige öffentliche Dienste sicherzustellen und terroristischen Bedrohungen zu begegnen.

Konkrete Pläne, gemäßigte Gruppen zu bewaffnen und auszubilden, lägen allerdings noch nicht vor, betonten Vertreter der Regierung und des US-Militärs laut „New York Times“.

Kerry traf auf seiner Reise durch mehrere arabische Länder in Saudi-Arabien auch dem Außenminister des arabischen Landes, Prinz Saud al-Faisal, zusammen. Die USA sind höchst beunruhigt angesichts des Vorrückens der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis). Das ölreiche Königtum Saudi-Arabien hat wiederholt Vorwürfe dementiert, zu den wichtigsten Unterstützern von Isis zu gehören.

dpa