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Deutschland / Welt Umweltminister Röttgen warnt vor Scheitern der Kopenhagen-Konferenz
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08:16 06.12.2009
„Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich“: Umweltminister Röttgen warnt vor dem Scheitern der Konferenz.
„Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich“: Umweltminister Röttgen warnt vor dem Scheitern der Konferenz. Quelle: ddp
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Für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wird die Weltklimakonferenz in Kopenhagen nur dann ein Erfolg, wenn sich die dort versammelten 192 Staaten auf eine Begrenzung der Erderwärmung um höchstens zwei Grad verpflichten. „Eine Verständigung darauf, dass das Klima sich nur noch höchstens um zwei Grad erwärmen darf, muss das Ziel für Kopenhagen sein“, sagte Röttgen der Zeitung „Bild am Sonntag“. Denn dabei handele es sich eher um ein Minimalziel. „Ich habe nicht vor, mir die Ergebnisse von Kopenhagen schönzureden: Wenn am Ende die Zwei-Grad-Grenze nicht Teil der Absprachen ist, ist Kopenhagen kein Erfolg.“

Zugleich warnte Röttgen drastisch vor den Folgen eines Scheiterns der Konferenz: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, wäre ein Leben auf unserem Planeten, wie wir es bisher kennen, nicht mehr möglich.“

Der Umweltminister nahm China gegen Vorwürfe in Schutz, ein besonders schlimmer Klimasünder zu sein. „Pro Kopf gerechnet verbraucht ein Deutscher doppelt so viel und ein Amerikaner vier- bis fünfmal so viel CO2 wie ein Chinese. Trotzdem setzt China mehr als viele andere konsequent auf Klimaschutz, weil es die Folgen im eigenen Land und weil es die Chancen des technologischen Wettbewerbs sieht: Denn Investitionen in Klimaschutz sind ein enormer Wettbewerbsvorteil. Wer es schafft, den Wohlstand im eigenen Land durch kohlenstoffarme Produktionsweisen zu sichern, ist der Gewinner von morgen.“

Die SPD erwartet von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass sie substantielle Ergebnisse auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen zustande bringt. „Die Bundeskanzlerin muss zunächst verbindliche und weitreichende Reduktionsziele durchsetzen. Es reicht aber nicht, auf internationalem Parkett bella figura zu machen, sie muss es auch zu Hause umsetzen. Wenn ihr beides gelingt, hat sie auch unsere Zustimmung“, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles der Zeitung.

ddp