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Deutschland / Welt Unglück in Wasserkraftwerk war laut Justiz kein Sabotage-Akt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Unglück in Wasserkraftwerk war laut Justiz kein Sabotage-Akt
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13:12 21.08.2009
Einsatzkräfte stehen am Unglücksort in Sajano-Schuschenskaja. Quelle: afp
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Der Inlandsgeheimdienst FSB habe am Unglücksort im sibirischen Sajano Schuschenskaja keinerlei Sprengstoffspuren entdeckt. Der Sprecher wies die Angaben von islamistischen Rebellen zurück, die kurz zuvor erklärt hatten, einen Sabotage-Akt verübt zu haben.

In einer Erklärung, die am Freitag auf der Rebellen-Website Kavkazcenter.com veröffentlich wurde, hieß es, die Gruppierung Rijadus Salichin habe das Kraftwerk sabotiert. Demnach ließen die Rebellen am Montag im Turbinenraum der Anlage eine Anti-Panzer-Granate hochgehen, deren Explosion „enorme Schäden“ angerichtet habe. Diese seien größer gewesen als von der Gruppe erhofft. Die Echtheit des der Botschaft konnte zunächst nicht bestätigt werden. Die Betreiber der Website, die tschetschenischen Rebellen nahesteht, betonten, sie hätten die Erklärung lediglich veröffentlicht.

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Der russische Regierungschef Wladimir Putin, der am Freitag das Kraftwerk besuchte, sagte, die 49 nach der Katastrophe noch Vermissten müssten als tot betrachtet werden. „Es ist sinnlos vorzugeben, dass das nicht feststeht“, sagte Putin. Damit beliefe sich die Gesamtzahl der Toten auf 75. Bislang sprachen die Behörden von 26 Toten; die übrigen wurden als vermisst bezeichnet. Es gibt laut Katastrophenschutz jedoch kaum noch Chancen, Überlebende zu bergen. Putin sicherte den Familien der Opfer eine Entschädigung zu. Die Angehörigen jedes Opfers erhielten je eine Million Rubel (rund 22.000 Euro), sagte der Regierungschef. Auch die Verletzten sollten unterstützt werden.

Nach derzeitigen Erkenntnissen wurde die Katastrophe vom Montag durch einen technischen Fehler ausgelöst. Nach offiziellen Angaben wurde ein Turbinenraum des Kraftwerks von Wassermassen regelrecht geflutet, rund hundert Menschen gerieten in die Fluten.

afp