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Deutschland / Welt Verbissener Führungskampf in der AfD
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22:40 19.05.2015
 Bisher galt Lucke als einziger Kandidat auf das Spitzenamt in der AfD. Quelle: dpa
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Dresden/ Straßburg

Bei diesem Parteitag soll erstmals offiziell eine Nummer eins im Spitzenteam der Partei gewählt werden. Bisher galt Lucke als einziger Kandidat.

Lucke steht für den wirtschaftsliberalen Flügel der AfD, der die Existenzberechtigung der Partei vor allem aus der Gegnerschaft zum Euro ableitet. Er fordert eine klare Abgrenzung der AfD zu rechtsradikalen Parteien und Gruppen, will auch mit der Pegida-Bewegung nichts zu tun haben. Petry, die auch sächsische Landesvorsitzende ist, steht wie der Brandenburger Landesvorsitzende Alexander Gauland für den konservativen Flügel, der in der Gesellschafts-, Außen- und Wirtschaftspolitik einen grundsätzlich anderen Kurs fordert. Gauland kritisiert das Freihandelsabkommen mit den USA und plädiert für eine stärkere Annäherung an Russland. Der konservative Flügel versteht die AfD auch als Forum für viele Unzufriedene und rechtskonservative Kräfte.

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Vor dem Bundesparteitag formieren sich die Kräfte – und die Lucke-Gegner scheinen an Boden gewonnen zu haben. Die Ost-Landesverbände und Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen werden zum Lager der Lucke-Kritiker gerechnet, Baden-Württemberg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Bayern zu seinen Befürwortern. Die Verschiebung dieser Machtgewichte muss Lucke vor Augen gehabt haben, als er jetzt seine Initiative „Weckruf 2015“ entwickelte, die Lucke mit seinen AfD-Kollegen im Europaparlament, Hans-Olaf Henkel, Bernd Kölmel und Joachim Starbatty, gestern in Straßburg erläuterte. Der „Weckruf“ ist als Abgrenzung gegen rechtsextreme Kräfte gedacht. „Wir sind keine Protest- und Wutbürger-Partei“, betonte Lucke. Seine Initiative sei gedacht, die Partei auf den richtigen Pfad zurückzuführen. Er lud Petry ein, die Initiative zu unterstützen.

Doch die Antwort der sächsischen Landesvorsitzenden ließ im 630 Kilometer entfernten Dresden nicht lange auf sich warten. Sie sei „verwundert“ über Luckes Vorstoß, sagte Petry in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz und lehnte es ab, sich dem „Weckruf“ anzuschließen. Luckes Weg sei ungeeignet, die Partei zu befrieden, er führe eher zum Gegenteil. Petry fügte hinzu, dass Lucke in der AfD „signifikant an Zuspruch verloren“ habe. Im „Weckruf“ heißt es, an die AfD-Mitglieder gerichtet: „Treten Sie nicht aus, sondern schließen Sie sich unserer Initiative an, damit wir gemeinsam, überlegt und koordiniert handeln können. Vor einer Entscheidung sollten wir abwarten, welche Weichen auf dem Bundesparteitag am 13. Juni gestellt werden.“ Die AfD dürfe „auf keinen Fall eine Art deutscher Front National werden“.

von Jürgen Kochinke und Petra Klingbeil

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