Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Maaßen stellt Glaubwürdigkeit Snowdens in Frage
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Maaßen stellt Glaubwürdigkeit Snowdens in Frage
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 28.01.2014
Edward Snowden äußerte sich in einem NDR-Interview zu den NSA-Praktiken. Quelle: dpa
Anzeige
Düsseldorf

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen hat die Aussagen von Edward Snowden zur Wirtschaftsspionage des amerikanischen Geheimdienstes in Deutschland als abwegig bezeichnet. „Ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich an amerikanisches Recht halten. Und das sieht nicht vor, Industriespionage durch amerikanische Dienste zu betreiben“, sagte Maaßen in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe).

Der frühere NSA-Mitarbeiter Snowden hatte in einem ARD-Interview gesagt, es gebe keinen Zweifel, dass die USA Wirtschaftsspionage betrieben. „Wenn es bei Siemens Informationen gibt, von denen sie meinen, dass sie für die nationalen Interessen von Vorteil sind, nicht aber für die nationale Sicherheit der USA, werden sie der Information hinterherjagen und sie bekommen.“

Maaßen sagte in dem Interview, die Vorstellung, dass beispielsweise ein US-Automobilbauer einen Auftrag über das Weiße Haus an die NSA gebe, sei abwegig. Der Verfassungschef stellte grundsätzlich die  Glaubwürdigkeit Snowdens in Frage. „Die Dokumente des NSA-Enthüllers Snowden sind voller Hinweise, aber ohne Beweise“. Der Verfassungsschutz sei allen Vorwürfen nachgegangen. „Wir haben weder valide Erkenntnisse, dass die Amerikaner Breitbandkabel in Deutschland anzapfen, noch ob aus der US-Botschaft in Berlin das Handy der Kanzlerin abgehört worden ist“, sagte Maaßen.

dpa/sag

Mehr zum Thema

Nach den Schreckensnachrichten über Abhöraktivitäten amerikanischer und britischer Geheimdienste rüsten die Spitzen der deutschen Behörden auf. Der Anbieter des „Merkel-Phones“ verkauft binnen drei Monaten mehr als 2000 Spezialhandys an den Bund - Tendenz steigend.

28.01.2014

Nach neuesten Enthüllungen fischen die NSA und ihr britischer Partnerdienst GCHQ auch bei populären Smartphone-Apps nach Nutzerdaten. Die Anwendungen wissen oft mehr als den Nutzern bewusst ist.

Deutsche Presse-Agentur dpa 28.01.2014

Es gibt kaum noch einen Bereich des digitalen Lebens, der nicht von der Datensammelwut des US-Geheimdienstes NSA erfasst wurde. Neuen Enthüllungen zufolge sind auch populäre Apps betroffen – von denen viele mehr Informationen sammeln, als dem Nutzer bewusst ist.

27.01.2014
28.01.2014
Deutschland / Welt Wehrbeauftragter Königshaus - Ist die Bundeswehr überlastet?
28.01.2014