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Deutschland / Welt Verletzte bei Bombenexplosionen in Rom
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Verletzte bei Bombenexplosionen in Rom
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15:27 23.12.2010
Quelle: dpa
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Nur wenige Stunden nach dem Paketbombenanschlag auf die Schweizer Botschaft in Rom ist auch in der chilenischen Vertretung in der italienischen Hauptstadt ein Sprengsatz explodiert. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag berichtete, detonierte eine Bombe in der chilenischen Botschaft, wodurch ein Mensch verletzt wurde.

Zuvor war bereits eine Paketbombe in der Schweizer Botschaft in Rom explodiert. Dabei wurde ein Botschaftsangehöriger schwer verletzt. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt. Die Polizei untersuche den Fall bereits, um Hinweise auf die Absender zu finden, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten. Der Verletzte sei in das römische Krankenhaus Umberto I. gebracht worden.

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Nach den ersten Erkenntnissen explodierte das Paket in der Schweizer Botschaft, als es von dem Botschaftsangehörigen geöffnet wurde. Er soll an beiden Händen schwer verletzt worden sein. Der 53-jährige wird in der chirurgischen Abteilung des Krankenhauses behandelt. Er könnte seine linke Hand ganz verlieren, berichten Medien. Im Dezember 1993 war der damalige Bürgermeister von Wien, Helmut Zilk, bei einem Briefbombenattentat auch an den Händen verletzt worden. Er verlor durch den Sprengsatz drei Finger seiner linken Hand.

Italiens Außenminister Franco Frattini verurteilte den Anschlag schärfstens. Ein Zusammenhang zwischen dieser Paketbombe und dem Sprengstoffalarm in der römischen Metro am Dienstag ist nach Einschätzung von Beobachtern unwahrscheinlich.

Über die Hintergründe der Tat wurde zunächst nichts bekannt. Auch blieb unklar, warum sich der Anschlag gegen die Schweiz, ein traditionell neutrales Land richtete. Allerdings hatte die Schweiz kürzlich mit scharfen Ausländer-Initiativen für Aufsehen gesorgt. So stimmte bei einem Referendum kürzlich eine deutliche Mehrheit für eines der schärfsten Ausländergesetze auf dem Kontinent.

Erst am Dienstag hatte ein verdächtiges Päckchen in einem Waggon der römischen U-Bahn für Aufregung gesorgt. Bürgermeister Gianni Alemanno gab wenige Stunden später allerdings Entwarnung. Es habe sich nach Untersuchungen von Experten herausgestellt, dass das Päckchen nicht explodieren konnte.

In Deutschland hatte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Mitte November vor Anschlägen islamistischer Terroristen gewarnt. Als Folge wurden die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzen deutlich verschärft.

Ende Oktober war eine im Jemen aufgegebene Paketbombe auf dem Köln-Bonner Flughafen für den Weiterflug umgeladen und erst in Großbritannien entdeckt worden.

Anfang November war im Kanzleramt eine Paketbombe aus Griechenland entschärft worden, die an Kanzlerin Angela Merkel adressiert war. Das Paket war nach ersten Erkenntnissen von linksautonomen Griechen aufgegeben worden. Es war ein Brandsatz, der keinen größeren Schaden verursacht hätte.

dpa/dapd/afp

Dieser Artikel wurde aktualisiert.