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Deutschland / Welt Schüsse auf Regierungsgegner
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15:35 11.01.2014
 Neue Eskalationsstufe in Bangkok: Bereits vor dem für Montag angekündigten Streit kommt es auf Thailands Straßen zu schweren Zusammenstößen. Quelle: Reuters
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Bangkok

In Thailands Hauptstadt Bangkok spitzt sich die Lage vor der Großdemonstration von Regierungsgegnern am Montag weiter zu. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, als ein Unbekannter am zentralen Sammelpunkt der Demonstranten in die Menge schoss. An anderer Stelle explodierte ein Sprengsatz und verletzte weitere fünf Menschen. Armeechef Prayuth Chan-ocha appellierte am Samstag an seine Landsleute, politische Differenzen friedlich zu lösen, wie die "Bangkok Post" online berichtete.

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Demnach schloss der General einen Putsch aus. Die Soldaten seien aber an den Brennpunkten der für Montag geplanten Großdemonstration stationiert und würden Ruhe und Ordnung sorgen. Die Regierungsgegner wollen am Montag die Hauptstadt lahmlegen und die Regierung stürzen. Sie werfen Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und ihrem Clan Korruption vor.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte vor Eskalationen. "Die Situation ist angespannt, unberechenbar und schwer einschätzbar", sagte die Asien-Pazifik-Direktorin Isabelle Arradon in einer Stellungnahme. "Es besteht ein echtes Risiko, das Menschen umkommen oder verletzt werden, wenn die Menschenrechte nicht vollumfänglich respektiert werden." UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Regierungschefin und den Oppositionsführer an und bot seine Vermittlung an, wie die Vereinten Nationen mitteilten.

Mindestens fünf Menschen wurden am Samstag verletzt, als ein Unbekannter von seinem Motorrad aus auf Demonstranten schoss, wie der öffentlich-rechtliche Sender PBS berichtete. Nach Aussagen von Wachposten habe der Sozius das Feuer eröffnet, berichtete PBS. An anderer Stelle sei ein Sprengkörper explodiert und habe fünf Menschen verletzt. Rivalisierende Demonstranten waren schon am Freitag außerhalb Bangkoks aneinander geraten. Dabei wurden drei Menschen verletzt. Seit Beginn der Demonstrationen im November sind acht Menschen ums Leben gekommen.

Die Regierungsgegner haben in den vergangenen Wochen mehrere groß angelegte Protestmärsche abgehalten. Unter dem Druck löste die Regierung das Parlament auf und setzte Neuwahlen an. Das reicht den Demonstranten des "Volkskomitees Demokratische Reform" (PDRC) aber nicht. Sie wollen die Regierung stürzen und die Wahlen verhindern, weil wahrscheinlich ist, dass Yingluck erneut gewinnt. Die Mehrheit im Land, vor allem die arme Landbevölkerung, steht hinter ihr.

Der Anführer der Regierungsgegner, Suthep Thaugsuban, verlangt, dass eine Übergangsregierung eingesetzt wird. Diese soll zunächst politische Reformen durchführen - unter anderem, um die Rechte der Minderheiten im Parlament zu stärken.

dpa

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