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Deutschland / Welt Viele Studenten scheitern vor dem Examen
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22:07 25.05.2010
Von Alexander Dahl
Nicht jeder Student hält im Hörsaal durch.
Nicht jeder Student hält im Hörsaal durch. Quelle: dpa
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An den Universitäten liegt die Erfolgsquote mit 68 Prozent noch niedriger; die etwas verschulter arbeitenden Fachhochschulen erreichen immerhin 80 Prozent. Studentinnen sind mit 74 Prozent erfolgreicher als ihre männlichen Kommilitonen, von denen lediglich 71 Prozent das Examen schaffen.

Auch im Vergleich der Studienfachrichtungen gibt es deutliche Unterschiede. In den Bereichen Kunst, Sport und Medizin gibt es Erfolgsquoten von 84 bis 87 Prozent – offenbar, weil es eine Auslese über Numerus Clausus oder Begabtenprüfung gibt. Hohe Abbrecherraten weisen Studiengänge der Sprachwissenschaften und Kultur, sowie der Mathematik- und Naturwissenschaften auf: Dort geben rund 35 Prozent aller Studenten vorzeitig auf. Die Statistiker des Bundes in Wiesbaden haben nicht berücksichtigt, mit welcher Note ein Studium abgeschlossen oder wie schnell studiert wurde.

Niedersachsen schneidet in der Rangfolge der Bundesländer des Jahres 2008 besonders gut ab. Es belegt hinter dem Spitzenreiter Berlin (Erfolgsquote: 82,4 Prozent) mit fast 80 Prozent den zweiten Platz. Deutlich schlechter stehen die Schlusslichter Saarland, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern da: Hier beenden weniger als zwei Drittel aller Studenten ihr Studium mit einer erfolgreichen Abschlussprüfung.„Wir freuen uns über die Zahlen, sind aber auch nicht überrascht“, sagte der Sprecher der niedersächsischen Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU), Christian Stichternath, dieser Zeitung. In den vergangenen Jahren habe man etwa die Betreuungsrelation zwischen Studienanfängern und Lehrpersonal verbessert. Laut Stichternath unterrichtet in Niedersachsen ein Professor oder ein hauptamtlicher Dozent im statistischen Mittel 8,43 Studenten. Im Bundesdurchschnitt seien es hingegen 9,5. „Zum Erfolg hat auch beigetragen, dass wir die Höhe der zugewiesenen staatlichen Gelder nicht nach der Zahl der Studenten, sondern nach der Zahl der erfolgreichen Examen und Promotionen bemessen“, so Stichternath.

Rückblickend betrachtet zeichnet sich immerhin ein Trend zum erfolgreichen Studium ab. Im Jahr 2007 erhob das Statistische Bundesamt erstmals Zahlen zu Studienabbrechern. Damals betrug die Erfolgsquote im bundesweiten Durchschnitt nur 68,2 Prozent. In Niedersachsen bestanden vor drei Jahren rund 75 Prozent aller Studenten ihr Examen.