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Deutschland / Welt Von Nordkorea freigelassene US-Journalistinnen wieder in den USA
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17:57 05.08.2009
„Wundervoll,  fantastisch, um nicht zu sagen: supercool“: Die freigelassenen Reporterinnen haben sich bei dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton bedankt.
„Wundervoll, fantastisch, um nicht zu sagen: supercool“: Die freigelassenen Reporterinnen haben sich bei dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton bedankt. Quelle: Gabriel Bouys/AFP
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„Wir wollen unsere tiefste Dankbarkeit zum Ausdruck bringen“, sagte Ling nach der Landung im kalifornischen Burbank unter Tränen. „Die letzten 140 Tage waren die schwierigste, die bitterste Zeit in unseren Leben.“ Die Freilassung am Dienstag sei überraschend gekommen: „Uns wurde plötzlich gesagt, wir würden zu einem Treffen gebracht,“, sagte Ling. „Als wir durch die Tür gingen, sahen wir Präsident Bill Clinton.“ Clinton und sein Team hätten „wundervoll“ gehandelt.

US-Präsident Barack Obama schloss sich dem Dank an. Clinton habe „außerordentliche Arbeit“ geleistet, sagte Obama im Weißen Haus. Die Heimkehr der Reporterinnen sei „ein Grund zur Freude für das ganze Land“. Wie ein Sprecher Obamas in Washington mitteilte, wollte Clinton die US-Regierung über den Verlauf seiner Gespräche in Pjöngjang unterrichten.

Der Ex-Präsident und Ehemann von US-Außenministerin Hillary Clinton war am Dienstag überraschend nach Pjöngjang gereist, um in Gesprächen mit Machthaber Kim Jong Il die Freilassung der Reporterinnen zu erreichen. Sie waren Mitte März an der Grenze zwischen Nordkorea und China festgenommen worden, als sie dort über nordkoreanische Flüchtlinge berichten wollten. Nach Clintons Besuch am Dienstag wurden sie begnadigt.

Clinton selbst teilte mit, er sei „sehr glücklich darüber, dass Laura Ling und Euna Lee nach dieser langen Tortur wieder daheim sind“. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte Clinton zu seiner „erfolgreichen humanitären Mission“. Auch die Familien der 32-jährigen Ling und ihrer 36 Jahre alten Kollegin zeigten sich “überglücklich“ über die Freilassung.

Kritik kam von dem als Hardliner bekannten früheren UN-Botschafter der USA, John Bolton. Der Besuch komme „Verhandlungen mit Terroristen gefährlich nahe“, sagte Bolton.

Das Weiße Haus hatte indes stets betont, die Reise sei eine „rein private Mission“ und habe nichts mit der Atomfrage zu tun. Dagegen berichteten US-Medien, die Mission sei mit der US-Regierung abgestimmt gewesen. Ranghohe Regierungsvertreter bestätigten am Dienstag, dass die Mission bereits seit Monaten geplant wurde. Demnach bat Nordkorea selbst um die Reise von Clinton, der sich wiederum eng mit Obamas Regierung abstimmte. Auch der frühere Vizepräsident Al Gore, der Mitbegründer des TV-Senders, für den Ling und Lee arbeiten, spielte demnach eine wichtige Rolle bei den Vermittlungen.

afp