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Deutschland / Welt Großer Andrang bei Wahl in Afghanistan
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18:45 05.04.2014
Strenge Sicherheitsvorkehrungen herrschen bei der Wahl in Afghanistan. Quelle: Abdul Mueed (dpa)
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Kabul

Trotz Anschlagsdrohungen der Taliban haben am Sonnabend zahlreiche Afghanen einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Hamid Karsai gewählt. Wegen des Andrangs und der verspäteten Öffnung von Wahlzentren wurde deren Schließung um eine Stunde auf 17.00 Uhr (Ortszeit/14.30 Uhr MESZ) verschoben, wie die Unabhängige Wahlkommission (IEC) am Sonnabendmittag mitteilte. In mehreren Wahlzentren seien die Stimmzettel ausgegangen, die aus den jeweiligen Provinzhauptstädten nachgeliefert werden sollten.

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage mussten nach IEC-Angaben am Wahltag weitere 211 Wahlzentren geschlossen bleiben - 748 andere waren schon vor der Wahl für geschlossen erklärt worden. 6212 Wahlzentren im Land seien geöffnet, hieß es. Die Taliban hatten eine Welle von Anschlägen auf Wahllokale angedroht, die zunächst ausblieb. Allerdings kam es zu vereinzelten Zwischenfällen.

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Vize-Innenminister Mohammad Ajub Salangi sagte: „Landesweit wurden Dutzende Aufständische durch afghanische Sicherheitskräfte getötet.“ Zur Wahl waren die 352.000 afghanischen Polizisten und Soldaten in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

Mindestens ein Toter und sechs Verletzte

Die Behörden teilten mit Blick auf die Provinzen mit, in Badghis sei ein Wähler getötet worden. In Logar seien zwei Wähler verletzt worden, als in einem Wahlzentrum ein Sprengsatz detonierte. In Parwan seien Wahlzentren von Taliban-Kämpfern mit Maschinengewehren und Raketen beschossen worden. In Wardak seien ebenfalls Wahlzentren beschossen worden. Aus Kundus wurden vier verletzte Wähler gemeldet. In der Hauptstadt Kabul blieb es zunächst ruhig.

Mehr als zwölf Millionen Stimmberechtigte waren zur Wahl aufgerufen. Karsai regiert seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Er durfte nach der Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Die Abstimmung markiert den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte des Landes.

In Kabul bildeten sich trotz schlechten Wetters Schlangen an den Wahllokalen. Die Stadt wurde zur Festung ausgebaut, Sicherheitskräfte errichteten etliche Checkpoints. Wähler wurden vor den Wahllokalen auf Sprengstoff und Waffen durchsucht.

Bei der Präsidentenwahl in Afghanistan haben Millionen Afghanen den Weg für die erste demokratische Machtübergabe in der Geschichte des Landes freigemacht. Die Wähler trotzten am Samstag den Drohungen der Taliban, denen es nicht gelang, die Abstimmung massiv zu stören. Wegen des großen Andrangs verlängerte die Wahlkommission (IEC) die Öffnungszeit der Wahllokale um eine Stunde. In Wahllokalen in mehreren Provinzen gingen die Stimmzettel aus, die nach IEC-Angaben aus den Provinzhauptstädten nachgeliefert wurden.
Der scheidende Präsident Hamid Karsai regiert seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Er durfte nach der Verfassung nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren. Die Abstimmung markiert den ersten demokratischen Machtwechsel in der Geschichte des Landes.

1000 von 7000 Zentren blieben geschlossen

Aufgrund der schlechten Sicherheitslage mussten nach IEC-Angaben am Wahltag weitere 211 Wahlzentren zubleiben - 748 andere waren schon vor der Abstimmung für geschlossen erklärt worden. 6212 Wahlzentren im Land seien geöffnet gewesen, teilte die IEC mit. Statt der von den Taliban angedrohten Welle von Anschlägen auf Wahllokale kam es nur zu vereinzelten Zwischenfällen.

Vize-Innenminister Mohammad Ajub Salangi sagte: „Landesweit wurden Dutzende Aufständische durch afghanische Sicherheitskräfte getötet.“ Die Behörden teilten zu den Provinzen mit, in Badghis sei ein Wähler getötet worden. In Logar seien zwei Wähler verletzt worden, als in einem Wahlzentrum ein Sprengsatz detonierte. In Parwan und Wardak seien Wahllokale beschossen worden. Bei einem Selbstmordanschlag in Chost sei nur der Attentäter gestorben. In Ghasni sei ein Selbstmordattentäter von Polizisten erschossen worden.
In der Hauptstadt Kabul - wo spektakuläre Anschläge befürchtet worden waren - blieb es ruhig. Zur Wahl waren die 352.000 afghanischen Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

Mehr als zwölf Millionen Stimmberechtigte waren zur Wahl aufgerufen. In Kabul bildeten sich trotz schlechten Wetters Schlangen an den Wahllokalen. Die Stadt wurde zur Festung ausgebaut, Sicherheitskräfte errichteten etliche Checkpoints. Wähler wurden vor den Wahllokalen auf Sprengstoff und Waffen durchsucht.

„Die Beteiligung war bemerkenswert“

Sorgen bereitet potenzieller Wahlbetrug. Afghanische Wahlbeobachter stellten der Wahl nach einer vorläufigen Bewertung aber ein zufriedenstellendes Zeugnis aus. „Die Gesamtbewertung deutet bislang darauf hin, dass der Wahlprozess gut lief“, teilte die Stiftung für Transparente Wahlen (Tefa) mit. „Die Beteiligung von Männern und Frauen war in allen Provinzen bemerkenswert.“

IEC-Sprecher Nur Mohammad Nur sagte: „Die Wahlbeteiligung war wirklich gut. Die Mehrheit der Menschen nahm an den Wahlen teil. Das waren erfolgreiche Wahlen.“

Acht Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge Karsais. Als Favoriten gelten die früheren Außenminister Abdullah Abdullah und Salmai Rassul sowie Ex-Finanzminister Ashraf Ghani. Sollte kein Bewerber eine absolute Mehrheit erhalten, ist für den 28. Mai eine Stichwahl vorgesehen. Erste vorläufige Teilergebnisse der Wahlkommission werden erst gegen Mitte der kommenden Woche erwartet.

Überschattet wird die Wahl von dem tödlichen Anschlag auf die deutsche Foto-Reporterin Anja Niedringhaus im Osten des Landes. Die preisgekrönte Mitarbeiterin der US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) wurde am Freitag von einem Polizisten erschossen. Die mit Niedringhaus reisende kanadische AP-Reporterin Kathy Gannon wurde bei dem Attentat in der Provinz Chost verwundet. Der Schütze nannte der Polizei zufolge als Motiv für seine Tat Rache für Nato-Luftangriffe auf sein Dorf in Afghanistan. Die beiden Reporterinnen waren zur Wahlberichterstattung nach Chost gereist.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte sich anerkennend über die Wal. „Niemand hat erwartet, dass das einfach wird. Und die Vorbereitungen haben gezeigt, dass viele Hindernisse zu überwinden waren“, sagte er in Athen. „Aber ich habe großen Respekt vor dem Engagement, das die Menschen in Afghanistan zeigen. Niemand lässt sich durch Gefahren abschrecken, an dieser Wahl teilzunehmen.“

Die Wahl ist die letzte, bevor der Kampfeinsatz der Nato-geführten Schutztruppe Isaf in Afghanistan zum Jahresende ausläuft. Die Isaf stand am Wahltag nur zur Unterstützung in Notfällen bereit, sollten die afghanischen Sicherheitskräfte sie anfordern.
Alle drei Favoriten haben angekündigt, im Falle eines Sieges das Sicherheitsabkommen mit den USA zu unterzeichnen, das Voraussetzung für einen kleineren Nato-Einsatz zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte von 2015 an ist. Karsai hatte die Unterschrift trotz Appellen aus dem In- und Ausland verweigert. Neben dem Präsidenten wurden am Samstag auch die Provinzräte für die 34 afghanischen Provinzen gewählt.

dpa

05.04.2014
Gabi Stief 04.04.2014