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Deutschland / Welt Trotz Lebensgefahr: Vier Millionen Menschen in Afghanistan haben gewählt
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Trotz Lebensgefahr: Vier Millionen Menschen in Afghanistan haben gewählt
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17:52 21.10.2018
Ashraf Ghani (2.v.r), Präsident von Afghanistan, gibt in einem Wahllokal seine Stimme ab.
Ashraf Ghani (2.v.r), Präsident von Afghanistan, gibt in einem Wahllokal seine Stimme ab. Quelle: Dai He/XinHua/dpa
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Kabul

In Afghanistan ist die von Anschlägen und Gewalt, aber auch Chaos an den Wahlurnen überschattete Parlamentswahl nach zwei Tagen offiziell beendet worden. Der Vorsitzende der Unabhängigen Wahlkommission, Abdul Badi Sajat, teilte mit, bis zur Schließung der Wahllokale hätten rund vier Millionen der 8,9 Millionen registrierten Wähler ihre Stimme abgegeben. Er würdigte den Mut der Wahlberechtigten, wählen zu gehen – trotz Lebensgefahr.

Auch Präsident Aschraf Ghani dankte den Bürgern für die Wahlbeteiligung. Sie hätten damit gezeigt, dass sie sich vor den Drohungen extremistischer Gruppen nicht gefürchtet hätten.

Parlamentswahl mit mehr als drei Jahren Verspätung

Die mit mehr als drei Jahren Verspätung durchgeführte Parlamentswahl wurde neben groben Organisationsschwierigkeiten auch von Gewalt überschattet. Nach Angaben von Innenminister Wais Barmak kamen bei fast 192 Zwischenfällen im ganzen Land mindestens 28 Zivilisten sowie elf Sicherheitskräfte am ersten Wahltag ums Leben. Mindestens 102 Menschen seien verletzt worden.

Mindestens elf tote Zivilisten in Ostafghanistan

Auch am Sonntag sind mindestens elf Zivilisten bei einer Explosion in Ostafghanistan getötet wurden. Ein Minibus war im Bezirk Atschin in der Provinz Nangarhar auf eine am Straßenrand platzierte Bombe aufgefahren, sagte der Sprecher der Provinzregierung, Attaullah Chogiani. Unter den Toten seien sechs Kinder.

Die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten hat laut den Vereinten Nationen in den ersten neun Monaten des Jahres den höchsten Stand seit 2014 erreicht. Demnach sind mindestens 2789 Zivilisten seit Januar ums Leben gekommen, weitere mindestens 5252 wurden verletzt.

Von RND/dpa