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08:10 18.09.2011
Am heutigen Sonntag wird in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus gewählt. Quelle: dpa
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Berlin

Die Vorzeichen für die Berlin-Wahl sind klar: Vorfreude bei der SPD in der Hauptstadt und bundesweit, große Sorgen bei der schwarz-gelben Koalition im Bund. Mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus endet heute (Sonntag) in Deutschland das Superwahljahr 2011 mit sieben Landtagswahlen. Zum Abschluss der Serie sind rund 2,47 Millionen Berliner aufgerufen, über die Zusammensetzung des 17. Abgeordnetenhauses abzustimmen.

Nach allen Umfragen zeichnet sich ein deutlicher Sieg der Hauptstadt-SPD mit Werten zwischen 29,5 und 32 Prozent ab. Für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (57) wäre es der dritte Sieg in Folge. Auch die Grünen können trotz eines Abrutschens in den Umfragen von 30 auf 20 Prozent mit kräftigen Zuwächsen im Vergleich zu 2006 rechnen.

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Die FDP droht dagegen an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern. Schuld daran ist möglicherweise auch die junge, auf Bürgerrechts- Themen spezialisierte Piratenpartei, die bei Umfragewerten von 6,5 bis 9,0 Prozent erstmals in ein Landesparlament einziehen könnte.

Der CDU bleibt voraussichtlich die Blamage erspart, den zweiten Platz an die Grünen zu verlieren. Doch ein Regierungswechsel zugunsten der Union liegt in Berlin auch unter Spitzenkandidat Frank Henkel (47) in weiter Ferne. Die bisher an der Regierung beteiligte Linkspartei steht vor deutlichen Einbußen.

Für die schwarz-gelbe Bundesregierung wird die Luft in den Ländern immer dünner. Von den vorausgegangenen sechs Landtagswahlen hat die SPD in vier Ländern gewonnen: Hamburg, Bremen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Die CDU verteidigte ihre führende Stellung zwar in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Aufgrund der Schwäche der FDP kam in Stuttgart jedoch der bundesweit erste Grünen- Ministerpräsident mit Hilfe der SPD an die Macht.

Die Abgeordnetenhauswahl 2006 gewann die SPD mit 30,8 Prozent sehr deutlich vor der CDU mit 21,3 Prozent. Die Linke landete mit 13,4 Prozent knapp vor den Grünen mit 13,1 Prozent. Die FDP erzielte 7,6 Prozent, die sonstigen Parteien 13,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung erreichte 2006 mit 58,0 Prozent ihren tiefsten Stand seit 1990.

dpa