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Deutschland / Welt Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Warnstreiks im öffentlichen Dienst
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13:07 03.02.2010
Den Gewerkschaftern reicht es: Zahlreiche Beschäftigte haben ihre Arbeit niedergelegt. Quelle: dpa
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Die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst rollt an. Die ersten Beschäftigten bei Bund und Kommunen legten am frühen Mittwoch in mehreren Bundesländern ihre Arbeit nieder. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ließen unter anderen Mitarbeiter zahlreicher kommunaler Krankenhäuser die Arbeit ruhen - betroffen sind Kliniken in München, Wolfsburg, Frankfurt, Koblenz und das Vivantes- Krankenhaus in Berlin-Neukölln. In Nürnberg tritt die Müllabfuhr in den Ausstand. In Gebieten mit schnee- und eisglatten Straßen verzichtete Verdi auf einen Streikaufruf für die Notdienste.

Vor dem städtischen Klinikum in Frankfurt-Höchst versammelten sich nach Angaben eines Verdi-Sprechers rund 50 Beschäftigte. Zu einer Protestkundgebung auf dem Frankfurter Römerberg erwartete die Gewerkschaft für den Vormittag rund 2500 Teilnehmer. In Berlin legten 60 Mitarbeiter der Vivantes-Klinik in Neukölln die Arbeit im OP- Bereich nieder. Geplante Operationen seien abgesagt worden, Not-OPs werde es aber geben, teilte Verdi mit. Im Laufe des Tages wollen sich weitere kommunale Kliniken in Niedersachsen und Bremen dem Warnstreik anschließen.

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Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes fünf Prozent mehr Geld und einen besseren Tarifvertrag. Am Montag waren die Tarifgespräche in Potsdam nach der zweiten Runde ergebnislos abgebrochen worden.

Pflegekräfte protestieren an kommunalen Kliniken

Pflegekräfte an rund 20 kommunalen Kliniken haben am Mittwoch in Niedersachsen und Bremen ihre Arbeit niedergelegt. In Wolfsburg und in Norden trat das Personal ganztägig in den Warnstreik. An anderen Krankenhäusern sollte im Laufe des Tages zeitweise die Arbeit niedergelegt werden. „Die Leute sind echt sauer, dass die Arbeitgeber kein Angebot gemacht haben und eine Nullrunde für zwei Jahre wollen“, sagte Joachim Lüddecke, Landesleiter der Gewerkschaft Verdi für den Klinikbereich. Lüddecke geht davon aus, dass sich bis zum Abend mehr als 1000 Beschäftigte an den Protestaktionen in Niedersachsen und Bremen beteiligt haben werden.

Mehr als 100 Pfleger und Krankenschwestern waren in Wolfsburg bereits von 6.00 Uhr an in den Ausstand getreten. Am Vormittag zogen sie mit Transparenten und Spruchbändern um das Klinikgebäude, anschließend gab es eine Kundgebung. „Auch aus Braunschweig, Gifhorn und anderen Orten waren Kollegen zur Unterstützung gekommen“, sagte Axel Reichinger von Verdi.

Die Patienten müssten sich jedoch nicht sorgen, mit den Klinikleitungen seien Notdienst-Vereinbarungen getroffen worden. „Wir bestreiken nicht die Patienten, sondern die Arbeitgeber“, betonte Lüdedecke. Mit ihrem Warnstreik wollen die Krankenschwestern und Pfleger Bewegung in die Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst bringen. Die Beschäftigten fordern insgesamt fünf Prozent mehr Volumen. Dass heißt, neben Lohnsteigerungen insbesondere für die unteren Lohngruppen sollen auch Bestandteile wie Nachtzuschläge und Altersteilzeit verbessert werden. Bisherige Gespräche zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verliefen ergebnislos.

dpa

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