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Deutschland / Welt Weitere verdächtige Pakete im Jemen entdeckt
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16:15 30.10.2010
Nach dem Fund am Freitag waren in den USA Dutzende Frachtflugzeuge untersucht worden. Quelle: ap
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Nach der Terrorwarnung wegen zweier Luftfracht- Sendungen für Empfänger in den USA überprüfen die Behörden im Jemen weitere verdächtige Päckchen. „Das schließt eine Reihe von Sendungen mit ein, die für die USA bestimmt waren“, hieß es am Samstag aus Sicherheitskreisen in der Hauptstadt Sanaa. Die Untersuchung werde in Zusammenarbeit mit den Logistikunternehmen UPS und FedEx ausgeführt.

Am Freitag waren zwei aus dem Jemen stammende verdächtige Päckchen in Dubai sowie auf dem britischen Flughafen East Midlands bei Nottingham entdeckt worden. Sie waren an jüdische Einrichtungen in den USA adressiert. Nach dem Fund waren in den USA Dutzende Frachtflugzeuge der Gesellschaften UPS, DHL und FedEx untersucht worden.

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière sieht nach dem Fund von mit Sprengstoff präparierten Paketen aus dem Jemen keine konkrete Bedrohung für Deutschland. „Es liegen keine konkreten Hinweise auf Anschlagsplanungen gegen Deutschland vor“, erklärte de Maizière am Samstag in Berlin. Die deutschen Sicherheitsbehörden stünden mit den beteiligten und weiteren Staaten wegen der in Dubai und Großbritannien in Frachtflugzeugen entdeckten Sendungen „im engsten Kontakt“.

„Wir tun gemeinsam mit unseren Verbündeten und den Bundessicherheitsbehörden alles, was möglich ist, für die Sicherheit der Bevölkerung“, versicherte de Maizière. „Die geschilderten Vorgänge fügen sich in die derzeitige Gefährdungslage für die Bundesrepublik Deutschland ein, auf die wir in den vergangenen Wochen mehrfach hingewiesen haben“, fügte er hinzu.

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor von Guttenberg (CSU) nannte die Terrorbedrohung „einen Teil dieser Zeit“. „Damit haben wir uns auseinanderzusetzen, darauf müssen wir unser Sicherheitsdenken einstellen“, sagte Guttenberg der Nachrichtenagentur AFP am Rande des CSU-Parteitags in München.

Der Terrorexperte Rolf Tophoven warnte vor einer latenten Gefahr durch die zunehmende Zahl paramilitärisch ausgebildeter Islamisten in Deutschland. „Gefährlich für unsere Sicherheit sind vor allem Kleingruppen und Einzeltäter, die nicht auf dem Radar der Sicherheitsbehörden gelandet sind und die durch die immer professionellere islamistische Propaganda im Netz hier vor Ort radikalisiert werden und völlig unentdeckt operieren können“, sagte Tophoven.

dpa/afp