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Deutschland / Welt Welternährungsgipfel berät über Bekämpfung des Hungers
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10:07 15.11.2009
Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) vetritt Deutschland auf dem Welternährungsgipfel. Quelle: ddp (Archiv)
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Bei dem Welternährungsgipfel in Rom, der am kommenden Montag beginnen wird, wollen Vertreter von mehr als 60 Ländern nach Lösungen im Kampf gegen den Hunger suchen, unter dem weltweit mehr als eine Milliarde Menschen leiden. Deutschland, das von Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) vertreten wird, will die Hilfen für die Landwirtschaft in Entwicklungsländern erhöhen.

„Wir müssen die Menschen in die Lage versetzen, dass sie ihre eigenen Lebensmittel produzieren können“, sagte der Vize-Generaldirektor der Welternährungsorganisation FAO, Alexander Müller, am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Statt Lebensmittel aus Industriestaaten zu importieren, müssten Strukturen für die Selbstversorgung geschaffen werden. „Das heißt: Hilfe zur Selbsthilfe. Dieser alte Slogan ist wieder angesagt.“

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Von dem Ziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, sei die internationale Gemeinschaft aber weit entfernt, sagte Müller. „Wir sind überhaupt nicht auf dem richtigen Weg.“ Der bis 2050 prognostizierte Bevölkerungszuwachs von 2,5 Milliarden werde vor allem zu Lasten der Entwicklungsländer gehen. Der FAO-Vizechef sprach deshalb von einer Hungerspirale.

FAO-Chef Jacques Diouf rief die Gipfelteilnehmer auf, in Rom „konkrete Zusagen“ zu machen. Statt der derzeit acht Milliarden Dollar an Investitionen in die Landwirtschaft seien jährlich 44 Milliarden Dollar nötig. Aus Solidarität mit den Hungernden in aller Welt trat Diouf am Wochenende in einen 24-stündigen Hungerstreik.

Die Ernährungssicherung und die Förderung des ländlichen Raumes hätten für die neue Bundesregierung „höchste Priorität“, sagte die parlamentarische Staatssekretärin des Entwicklungsministeriums, Gudrun Kopp (FDP), der „Berliner Zeitung“ vom Samstag. Deutschland werde die Mittel für die Entwicklung der Landwirtschaft in Entwicklungsländern daher erhöhen. Zu den 20 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro), welche die G-8-Staaten im Juni zugesagt hätten, trage Deutschland in den kommenden drei Jahren drei Milliarden Dollar bei.

Geld allein löse das Problem aber nicht, sagte Kopp. Wichtig sei vor allem, welche Maßnahmen finanziert würden. „Wir wollen Menschen keine Hilfen überstülpen, die zudem häufig keine nachhaltige Wirkung haben“, sagte Kopp. Die Bauern müssten befähigt werden, sich langfristig selbst zu helfen, auch durch den Einsatz zukunftsorientierter Techniken.

Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, bezeichnete den Welternährungsgipfel als „letzte Chance“, um die Zahl der Hungernden zu verringern. Die Welthungerhilfe forderte in einer Erklärung, die Reform des Komitees für globale Ernährungssicherheit umzusetzen. Dieses soll alle internationalen Maßnahmen im Kampf gegen den Hunger koordinieren und die betroffenen Länder unterstützen, eigene lokale Strategien zu entwickeln.

Neben UN-Generalsekretär Ban und Papst Benedikt XVI. haben mehr als 60 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme an dem dreitägigen Gipfel zugesagt, unter ihnen Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva und Simbabwes Staatschef Robert Mugabe. Hilfsorganisationen wie Oxfam und ActionAid kritisierten, dass außer dem gastgebenden italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kein Staats- oder Regierungschef der acht führenden Industrienationen (G-8) an dem Gipfel teilnimmt.

afp