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Deutschland / Welt Weltklimakonferenz in Kopenhagen eröffnet
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16:27 07.12.2009
Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist eröffnet.
Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist eröffnet. Quelle: ddp (Symbolbild)
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Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, hob am Montag in seiner Rede zur Eröffnung des Klimagipfels das „beispiellose politische Moment“ für ein gemeinsames Abkommen hervor. Gleichzeitig verwies de Boer aber auch darauf, dass die Konferenz nur dann ein Erfolg sein werde, wenn sich die Teilnehmer auf erhebliche und sofortige Maßnahmen einigen könnten, die unmittelbar nach der Konferenz umgesetzt werden müssten. Die Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen dauern bis zum 18. Dezember.

Der dänische Premierminister und Gastgeber der Konferenz, Lars Løkke Rasmussen, verwies darauf, dass der Klimawandel keine Grenzen kennt. „Er macht keine Unterschiede, er betrifft uns alle“, sagte Rasmussen zur Eröffnung des Gipfels. „Wir sind heute hier, weil wir uns verpflichtet haben zu handeln.“ Er kündigte an, dass 110 Staats- und Regierungschefs ihre Teilnahme am Gipfel zugesagt hätten.

Die Umweltorganisation WWF forderte, dass den Worten nun auch Taten folgen müssten. „Die Redner haben die Latte hoch gelegt und ehrgeizige Ziele versprochen“, sagte Kim Carstensen, der Leiter des internationalen WWF-Klimaprogramms. „Nun müssen sie liefern, was sie versprochen haben“, fügte er hinzu. Die Reden hätten gezeigt, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen sei, um ein Abkommen zu unterzeichnen. „Wir hatten nie eine bessere Chance and wir werden nie eine bekommen“, sagte Carstensen.

Der Chef des UN-Umweltprogramms (UNEP), Achim Steiner, sprach sich für ein Abkommen aus, das konkrete Zahlen, Ziele und Zeitvorgaben enthalte. „Wenn uns das gelingt, ist Kopenhagen ein Erfolg und auch die Voraussetzung dafür, dass wir die Ziele, die wir vom Weltklimarat vorgegeben bekommen haben, auch erreichen können“, sagte er. Ein gemeinsamer Deal sei durchaus möglich. Steiner zeigte sich überzeugt, dass Deutschland eine Schlüsselrolle spielen müsse, einerseits innerhalb der Europäischen Union, aber auch im Zusammenspiel mit den USA und Japan, wenn es um die Finanzierung des Klimaschutzes in den Entwicklungsländern gehe.

Der frühere Umweltminister und Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel in Potsdam, Klaus Töpfer, appellierte an die Bundesregierung, die Mittel für die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel deutlich zu erhöhen. „Das, was jetzt beschlossen worden ist, reicht dafür nicht aus“, sagte Töpfer. Gleichzeitig rief er die schwarz-gelbe Koalition dazu auf, sich ehrgeizigere Ziele beim Klimaschutz zu setzen. Er erinnerte daran, dass daraus kein wirtschaftlicher Nachteil entstehe. „Ganz im Gegenteil: Wir werden dadurch die Arbeitsplätze und die Technologien sichern, die die Welt braucht“, sagte Töpfer.

Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), versicherte, dass Deutschland seiner Vorreiterrolle gerecht werden wolle. Sie kündigte an, dass die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben und in Energieeffizienz investieren wolle. Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen gelte es, die Effizienzpotenziale zu heben. Reiche verwies darauf, dass Klimaschutz zwar Geld koste, es aber teurer sei, nicht zu handeln. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bekräftigte das Ziel der Bundesregierung, auf der Weltklimakonferenz zu klaren Vereinbarungen zu kommen. „Es ist in der Tat fünf vor zwölf“, sagte er.

ddp