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Deutschland / Welt Weniger Abtreibungen im dritten Quartal
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09:06 14.12.2018
Parallel zur Debatte um Paragraf 219a, in dem das Werbeverbot für Abtreibungen festgeschrieben ist, stellte das Statistische Bundesamt neue Zahlen zu Schwangerschaftsabbrüchen vor. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Wiesbaden

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist im dritten Quartal dieses Jahres leicht gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl um 1,8 Prozent auf etwa 24.200 zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im zweiten Quartal 2018 hatte es einen Rückgang um 2,7 Prozent gegeben.

Laut Bundesamt wurden 96 Prozent der von Juli bis Oktober 2018 gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in vier Prozent der Fälle die Begründung für einen Abbruch. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, und zwar 79 Prozent in gynäkologischen Praxen und 18 Prozent ambulant im Krankenhaus. Acht Prozent der Frauen ließen den Eingriff in einem Bundesland vornehmen, in dem sie nicht wohnten.

Lesen Sie hier: Koalition verhindert Abstimmung über Paragraf 219a

Die meisten Abtreibungen (60 Prozent) wurden mit der sogenannten Absaugmethode durchgeführt, bei 23 Prozent wurde das Mittel Mifegyne verwendet.

Von RND/epd

Der Versuch, das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche zu streichen, ist vorerst gescheitert. Im Bundestag wurde ein entsprechender Antrag der FDP-Fraktion am frühen Freitagmorgen in die Ausschüsse überwiesen. Familienministerin Franziska Giffey (SPD) fordert eine stärkere Abgrenzung ihrer Partei von der Union.

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Neben „männlich“ und „weiblich“ steht im Geburtenregister künftig auch „divers“. Damit wird intersexuellen Menschen eine neue Option eingeräumt. Die Reformpläne der großen Koalition stehen allerdings in der Kritik – auch vonseiten des Lesben- und Schwulenverbands.

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Ärztin Kristina Hänel wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil sie für Abtreibungen „geworben“ hatte. Damit brachte sie den Koalitionsstreit über den einschlägigen Paragrafen 219a Strafgesetzbuch ins Rollen. Im RND-Interview äußert sich die Medizinerin zum jüngsten Kompromiss.

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