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Deutschland / Welt Westerwelle bleibt FDP-Vorsitzender
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Westerwelle bleibt FDP-Vorsitzender
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20:56 15.05.2009
Von Alexander Dahl
Der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle Quelle: Nigel Treblin/ddp
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"Wir sind eine geschlossene Partei. Die Presse mag das ja nicht mögen, aber der Bürger, der wünscht sich das", hatte Parteichef Guido Westerwelle mittags in seiner Grundsatzrede gesagt. Die Partei wollte ihrem langjährigen Vorsitzenden am Nachmittag nicht widersprechen. Als Parteitagpräsident Otto Fricke um 17.10 Uhr mit der Glocke das Signal bekannt gibt, dass das Wahlergebnis vorliegt, wird es still im Saal. "Von den 662 Delegierten haben 626 ihre Stimme abgegeben, ein ist ungültig, für Guido Westerwelle haben 599 gestimmt, das sind 95,84 Prozent ...", sagt Fricke und wird von dröhnendem Applaus gestoppt. Westerwelle hat damit acht Jahre nach seiner ersten Wahl zum Bundesparteichef so viele Delegierte hinter sich versammeln können, wie noch nie.

Im Jahr 2001 stimmten 88,91 Prozent für ihn, 2003 sackte die Zustimmung auf 79,78 Prozent ab, 2005 waren es nur 80,1 Prozent und 2007 immerhin 87,6 Prozent. Westerwelle eilt zum Podium im Saal auf dem Messegelände, Blitzlichter flammen dutzendfach auf, Kameras verfolgen ihn. Minutenlang winkt er vom Podium, ein gelöstes Lachen spiegelt sich in seinem Gesicht. "Ich nehme die Wahl an. Sie wissen ja gar nicht, wie groß die Freude ist, die ich empfinde. Ich danke ihnen, ich danke ihnen einfach", sagt er, der von keinem geringeren als dem früheren FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher für eine vierte Amtszeit vorgeschlagen worden war. Die Partei leistete sich zum Wahlsieg sogar ein wenig Ironie: Nach der Wahl hefteten ihm Junge Liberale einen Button mit dem Parteitagsslogan "Arbeit muss sich wieder lohnen" an das Revers seines Jacketts.

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Auch andere aus der Parteiführung konnten ihre Wahlresultate zum Teil deutlich verbessern; die Spitze der FDP, so das Signal der Delegierten, soll gestärkt in die Auseinandersetzungen um Landtags- und Bundestagsmandate gehen. So errang Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler bei der Wahl zum Besitzer im Bundesvorstand 91,95 Prozent; allerdings nahmen nur 522 von 662 Delegierten an der Wahl teil. Vor zwei Jahren hatte Rösler 88,34 Prozent erzielt. Westerwelles Vize, Rainer Brüderle, erzielte fast 87 Prozent Zustimmung; deutlich mehr als bei den Voten 2005 und 2007. Den größten Satz schaffte Vize Cornelia Pieper, die nach mageren 58 Prozent bei der vergangenen Wahl 2007 nun fast 73 Prozent des Parteitages von ihrer Qualität überzeugen konnte. Bundesschatzmeister Hermann Otto Solms, der als einziger aus der Führungsriege bisher immer die 90-Prozent-Grenze bei den Wahlen knacken konnte, steigerte sich auf fast 95 Prozent Zustimmung. "Ich danke dem Parteitag, dass eine Differenz zum Vorsitzenden geblieben ist. Er hat das beste Ergebnis verdient", sagte Solms.