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Wie ein CDU-Politiker das Nestlé-Video von Ministerin Klöckner verteidigt

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16:01 09.06.2019
Agrarministerin Julia Klöckner hat Ärger wegen eines Videos mit dem Nestlé-Chef. Quelle: Britta Pedersen/ZB/dpa
Berlin

Als naive PR-Aktion für ein Unternehmen ist ein Video-Clip von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) mit dem Chef des Nestlé-Konzerns kritisiert worden. Nun springt der Vorsitzende des Ernährungsausschusses, Alois Gering (CDU), seiner Parteifreundin bei und erklärt, es handele sich nicht um Werbung für den Konzern: „Es sind ja keine Nestlé-Produkte in dem Video zu sehen“, sagte Gerig der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

„Vielleicht hat die Ministerin das halt im Überschwang der Freude gepostet, weil sie einen großen Konzern dazu bewegt hat, gesündere Produkte anzubieten.“ Er finde das „nicht verwerflich, solange dabei keine Hintergedanken zum eigenen Vorteil eine Rolle spielen“. Solche Hintergedanken könne er ausschließen.

Der Unterschied zwischen Politik und Werbung

Die ernährungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ursula Schulte, sagte der „FAS“, Klöckners Auftritt grenze an Werbung. Es gehöre zwar zu den Aufgaben der Ministerin, mit Unternehmen zu sprechen. „Aber es gibt einen Unterschied dazwischen, solche Gespräche zu führen und sie in dieser Weise im Internet zu veröffentlichen.“

In dem vom Agrarministerium verbreiteten Video tritt Klöckner an der Seite von Nestlés Deutschland-Chef Marc-Aurel Boersch auf. Die Ministerin würdigt den Schweizern Konzern dafür, Rezepturen für seine Lebensmittel zu ändern, dass sie weniger Zucker, Salz und Fett enthalten. Sie spricht von „Produkten, die die Bürger gerne mögen“.

Die Linie des Ministeriums

Nach einem Entrüstungssturm im Internet hatte das Ministerium Klöckners Auftritt verteidigt. Wenn Unternehmen sich verpflichteten, ihre Produkte zu ändern, sei das ein Erfolg - und darum sei es gegangen.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte kritisiert, Nestlé habe unter anderem völlig überzuckerte Lebensmittel für Kinder im Angebot.

Klöckner ist seit 2018 Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Zuvor war sie zwei Mal beim Versuch gescheitert, in ihrem Heimatland Rheinland-Pfalz Ministerpräsidentin zu werden und damit die SPD-geführte Regierung abzulösen. Es gilt als offen, ob sie 2021 erneut als Spitzenkandidatin antritt.

Von RND/mit dpa

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