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Deutschland / Welt Wie eine Einhorn-Frage einen indonesischen Politiker ins Straucheln brachte
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08:14 18.02.2019
Der indonesische Präsidentschaftskandidat Prabowo Subianto in der TV-Debatte. Quelle: imago/ZUMA Press
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Jakarta

Marode Infrastruktur, darbende Bauern, Waldbrände: Auf alle drängenden Themen der drittgrößten Demokratie der Welt schien der indonesische Präsidentschaftskandidat Prabowo Subianto in der TV-Debatte vorbereitet – nur nicht auf diese Frage: Wie er denn die indonesischen Einhörner zu unterstützen gedenke, fragte Amtsinhaber Yoko Widodo seinen Rivalen vor laufenden Kameras.

Subianto schaute verdutzt. „Was für Einhörner? Meinen Sie diese Online-Dinger?“, fragte der Ex-General zurück. Widodo nickte nur wissend. Dann erklärte Subianto, dass er Online-Unternehmen unterstütze. In der Tech-Szene ist ein Einhorn ein Start-up-Unternehmen mit einem Marktwert von einer Milliarde Dollar. In Indonesien gibt es einige solcher Unternehmen – und sie prägen Felder der Volkswirtschaft, etwa das Verkehrswesen und Einzelhandel.

Einhörner-Memes auf Twitter und Facebook

Subianto war nicht allein mit seiner Unwissenheit, doch in sozialen Medien in Indonesien wurde die Episode im TV-Duell vom Sonntagabend genüsslich seziert. Kritikern galt sie als Beweis, dass Subianto für das Präsidentenamt ungeeignet sei.

Auf Twitter und Facebook machten jedenfalls bald nach der TV-Debatte unzählige Einhörner-Memes die Runde. Eines zeigte Widodo und Subianto mit Gedankenblasen über ihren Köpfen: Während der Präsident sich Logos von Start-ups vorstellt, denkt sein Kontrahent an gehörnte Fabelwesen.

Ihr Duell war das zweite von fünf TV-Debatten vor der Wahl im April. Widodo strebt eine zweite Amtszeit an und hat aktuell ganz gute Chancen. Umfragen sehen ihn mit einem Vorsprung von rund 20 Prozent vor Subianto. Dieser setzt im Wahlkampf auf eine nationalistische Agenda in Anlehnung an US-Präsident Donald Trump. 2014 hatte Subianto knapp gegen Widodo verloren.

Von RND/AP