Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland / Welt Gewaltbereiter Libanese wollte Waffen verkaufen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gewaltbereiter Libanese wollte Waffen verkaufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:54 01.03.2015
Polizisten patrouillieren in Bremen auf dem Marktplatz rund um das Rathaus und die Bürgerschaft. Die Polizei in Bremen warnt vor einer Gefahr durch gewaltbereite Islamisten in der Stadt. Quelle: dpa
Bremen

Erst Dresden, dann Braunschweig, jetzt Bremen - zum dritten Mal innerhalb von sechs Wochen haben örtliche Polizeibehörden wegen einer möglichen Terrorgefahr Alarm geschlagen. In Dresden verbot die Polizei Mitte Januar eine Pegida-Demonstration und alle anderen für diesen Tag geplanten Kundgebungen. In Braunschweig wurde Mitte Februar kurzfristig der Karnevalsumzug abgesagt, weil, so die Sicherheitsbehörden, „eine konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischen Hintergrund“ vorliege.

Worum geht es in Bremen?
Hinweise auf einen gewaltbereiten Libanesen, der sich Maschinenpistolen beschafft haben soll, haben die Warnung vor einer Terrorgefahr in Bremen ausgelöst. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit. Bei Durchsuchungen am Samstagabend seien aber keine Waffen gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass der verdächtige 39-Jährige die Waffen weiterverkaufen wollte. Inzwischen hat die Polizei in Bremen ihre Sicherheitsvorkehrungen zurückgestuft. Die Polizei hatte Samstag um 9.09 Uhr eine Erklärung veröffentlicht, in der es hieß: „Seit gestern Abend liegen der Polizei Bremen Hinweise einer Bundesbehörde auf Aktivitäten potenzieller islamistischer Gefährder für die Stadtgemeinde Bremen vor. Zur Abwehr dieser Gefahr gehören u. a. Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum.“ Seither patrouillierten bewaffnete Polizisten in der Stadt, es gab Durchsuchungen und vorübergehende Festnahmen. 

Wie groß ist die Gefahr eines Anschlags in Deutschland?
Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat erst am Freitagabend  bei einer Diskussion in Braunschweig wieder betont, dass ein Anschlag in Deutschland „nicht total auszuschließen“ sei. Die Terrorgefahr gilt als unverändert hoch. Deutschland stehe „nach wie vor im Fokus des dschihadistischen Terrors“, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntag. „Hieraus resultiert eine hohe Gefährdung für die innere Sicherheit, die jederzeit in Form von Anschlägen unterschiedlicher Dimensionen und Intensität real werden kann.“ 

Wie gefährlich ist die Islamisten-Szene in Deutschland?
Sorgen machen den Behörden vor allem Einzeltäter, die sich im Stillen radikalisieren, sowie Dschihadisten, die aus Syrien und dem Irak zurückkehren. Aus Deutschland sind bereits mehr als 600 Islamisten in die Kampfgebiete aufgebrochen. Die Zahl geht seit langem nach oben - und damit auch die Zahl der Rückkehrer. Sie werden intensiv beobachtet, zuletzt gab es zahlreiche Festnahmen und Durchsuchungen. Insgesamt gelten 270 Personen in Deutschland als islamistische „Gefährder“, also als Menschen, denen die Polizei grundsätzlich einen Terrorakt zutraut. Das sind so viele wie nie zuvor. 

Wie gefährlich ist die Szene in Bremen?
Die Hansestadt gilt schon seit Längerem als Hochburg radikaler Islamisten. Nach Angaben von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) wurden zuletzt rund 360 Salafisten vom Verfassungsschutz beobachtet. Mindestens 16 Islamisten aus Bremen sind nach Syrien gereist, um dort zu kämpfen. Vier sollen bereits wieder zurückgekehrt sein, zwei starben offenbar bei Kämpfen. Im Dezember verbat Mäurer den radikalen Kultur- und Familienverein (KuF), der als Sammelbecken für äußerst radikale Salafisten galt. Fast alle der nach Syrien ausgereisten Islamisten sollen dort verkehrt haben.

dpa

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow haben sich in Moskau Zehntausende zu einem Trauermarsch formiert. Menschen allen Alters kamen im Gedenken an den Ex-Vizeregierungschef in das Stadtzentrum - bewacht von einem Großaufgebot an Sicherheitskräften.

01.03.2015

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat in den vergangenen acht Monaten in Syrien fast 2000 Gefangene getötet. Mehr als 1200 von ihnen seien Zivilisten gewesen, darunter auch sechs Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonnabend.

01.03.2015
Deutschland / Welt Ergebnisse in der Nacht erwartet - Estland wählt neues Parlament

Vor den Parlamentswahlen in Estland spielte im Wahlkampf vor allem die Sicherheit des baltischen Landes eine Rolle. Bei den Wahlen könnte es ein Kopf-an Kopf-Rennen zwischen der regierenden Reformpartei und der oppositionellen Zentrumspartei geben.

01.03.2015