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Deutschland / Welt Wikileaks kündigt weitere Enthüllungen an
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12:18 30.11.2010
Der nächste Enthüllungs-Coup von Wikileaks steht kurz bevor. Quelle: dpa
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Die Internetplattform Wikileaks kündigt nach den spektakulären Enthüllungen aus US-Botschaften den nächsten Coup an: Ziel sei Anfang kommenden Jahres eine amerikanische Großbank, sagte Wikileaks-Gründer Julian Assange in einem Interview des US-Magazins „Forbes“. Die Dokumente enthüllten „ungeheuerliche Übertretungen“ und „unethische Praktiken“.

Durch die Offenlegung des Materials eröffneten sich „wahre und repräsentative Einsichten, wie sich Banken auf der Managementebene verhalten“, sagte der Wikileaks-Gründer in dem Interview, das am Montag (Ortszeit) online veröffentlicht wurde. „Man kann es das Ökosystem der Korruption nennen.“ Die Folge der Veröffentlichung dürften „vermutlich Untersuchungen und Reformen sein“. „Es geht um zehntausende oder hunderttausende Dokumente, je nach Definition.“ Es handle sich dabei um ein „Megaleak“.

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„Ich kann nur sagen, dass es klar um unethische Praktiken geht“, sagte Assange. Er betonte jedoch, dass noch unklar sei, ob es sich hier um kriminelle Vorgänge handele. Man sei sehr vorsichtig damit, Leute als kriminell zu etikettieren, bis man sehr sicher sei.

Sich selber nennt der Wikileaks-Gründer einen Freund freier Märkte. „Ich sehe den Kapitalismus mit gemischten Gefühlen, aber ich liebe Märkte“, sagte er „Forbes“. „Wikileaks ist entworfen, den Kapitalismus freier und ethischer zu gestalten.“

Zu dem Wikileaks insgesamt vorliegenden Material sagte Assange: „Wir haben zuviel.“ Konkrete Angaben machte er nicht. Etwa die Hälfte davon betreffe Unternehmen. „Wir sind in einer Position, in der wir Rangfolgen einrichten müssen, und der Stoff mit der größten Wirkung wird zuerst veröffentlicht.“

Zuletzt hatte Wikileaks die ersten von mehr als 250.000 vertraulichen Dokumenten aus US-Botschaften veröffentlicht - und damit die Regierung von Präsident Barack Obama in Bedrängnis gebracht. Angela Merkel etwa wird als „Teflon“-Kanzlerin dargestellt, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi als „eitel und unfähig“ bezeichnet und der afghanische Präsident Hamid Karsai als „schwache Persönlichkeit“, die von „Paranoia“ getrieben sei.

Besonders brisant könnten für US-Außenministerin Hillary Clinton Anweisungen ihres Ministeriums an die US-Botschaften werden. Laut „New York Times“ sollen Diplomaten darin aufgefordert worden sein, persönliche Daten von ausländischen Führungspersönlichkeiten zu beschaffen. UN-Botschafterin Susan Rice wies dies strikt zurück.

Clinton kündigte „entschlossene Schritte“ gegen die Hintermänner des Datenklaus und schärfere Sicherheitsvorkehrungen an. Präsidentensprecher Robert Gibbs schloss überdies nicht aus, dass die US-Regierung rechtlich gegen Wikileaks selber vorgeht. Es sei eine „Untertreibung“, dass Obama „nicht erfreut“ über die Enthüllung ist.

Die von Wikileaks veröffentlichten Depeschen amerikanischer Diplomaten enthüllen nach einem Bericht der „New York Times“, wie wenig die USA über Vorgänge innerhalb Nordkoreas wissen. So hätten sich südkoreanische und US-Diplomaten über konkrete Strategien nach einem Zusammenbruch des Regimes beraten, meldete die Zeitung online. Die jüngsten militärischen Störmanöver Pjöngjangs hätten sie aber allem Anschein nach nicht vorausgesehen.

Die Botschaftsmeldungen über Nordkorea - manche von ihnen aus Südkorea, manche aus Peking - „sind voller fundierter Vermutungen, aber arm an Fakten“, schreibt die Zeitung. Dies mache anschaulich, weshalb man Nordkorea „das Schwarze Loch Asiens nennt“.

China seinerseits ist offenbar frustriert über das anhaltend provokative Verhalten seines befreundeten Nachbarn Nordkorea. In den von Wikileaks enthüllten Depeschen von US-Diplomaten wird der chinesische Vizeaußenminister He Yafei nach Nordkoreas Raketentest im April 2009 mit den Worten zitiert, Nordkorea wolle direkte Gespräche mit den USA und benehme sich „wie ein verzogenes Kind“, um die Aufmerksamkeit des „Erwachsenen zu bekommen“. In anderen Dokumenten heißt es aus bedeutenden südkoreanischen Quellen, China wäre bereit, ein wiedervereinigtes Korea unter Südkoreas Kontrolle zu akzeptieren.

dpa

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