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Deutschland / Welt Wirbel um Dalai-Lama
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21:40 27.08.2009
Der Dalai Lama möchte Taiwan besuchen, um für die Überlebenden und die Todesopfer des Taifuns „Morakot“ zu beten.
Der Dalai Lama möchte Taiwan besuchen, um für die Überlebenden und die Todesopfer des Taifuns „Morakot“ zu beten. Quelle: afp
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Das geistliche Oberhaupt der Tibeter dürfe nach Taiwan kommen, um für die Seelen der Überlebenden und Todesopfer des Taifuns „Morakot“ zu beten, sagte Präsident Ma Ying-jeou am Donnerstag. Peking sprach sich entschieden gegen den Besuch aus.

Der Dalai-Lama dürfe nach Taiwan kommen, um die Menschen im Katastrophengebiet zu trösten, sagte Ma bei einem Besuch der vom Taifun „Morakot“ verwüsteten Region Nantou. Die oppositionelle Demokratische Fortschrittspartei (DPP) hatte den Dalai-Lama in die ebenfalls vom Sturm heimgesuchte Hafenstadt Kaohsiung eingeladen. Nach Mas Zustimmung nahm das im indischen Exil lebende geistliche Oberhaupt der Tibeter die Einladung an. Sein Sprecher erklärte in Dharamsala, der Geistliche freue auf sich auf den Besuch. Er soll am Sonntag in Taiwan eintreffen und bis zum Freitag bleiben.

Ein Sprecher des Pekinger Amts für taiwanische Angelegenheiten beim Staatsrat sagte, unter dem „Deckmantel der Religion“ mische sich der Dalai-Lama immer wieder in „separatistische Aktivitäten“ ein. Peking wirft dem Geistlichen vor, auf die Unabhängigkeit Tibets von China hinzuarbeiten. Tibet war 1950 von chinesischen Truppen besetzt worden, der Dalai Lama floh nach einem gescheiterten Aufstand 1959 ins indische Exil. Die Beziehungen zwischen Peking und Taipeh sind ohnehin angespannt: China betrachtet Taiwan, das sich nach einem Bürgerkrieg 1949 von Peking losgelöst hatte, als abtrünnige Provinz. In Taiwan leben zahlreiche Exiltibeter.

Ein Sprecher des taiwanischen Präsidenten sagte, der Besuch des Dalai-Lama erfolge ausschließlich aus „humanitären und religiösen Gründen“ und werde die Beziehungen zu China nicht beeinträchtigten. Er ließ offen, ob Ma den Dalai-Lama treffen werde. Mas Regierung steht derzeit massiv unter Druck. Ihr wird vorgeworfen, auf den Taifun mit mehr als 540 Todesopfern zu spät reagiert zu haben.

afp