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Deutschland / Welt Mehr als 200 Tote nach Luftangriffen in Gaza
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Mehr als 200 Tote nach Luftangriffen in Gaza
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06:51 16.07.2014
Foto: Zerstörungen nach einem Luftangriff im Gazastreifen (Foto vom 15. Juli 2014).
Zerstörungen nach einem Luftangriff im Gazastreifen (Foto vom 15. Juli 2014). Quelle: afp
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Gaza

Nach dem Scheitern einer Waffenruhe in Nahost geht das Blutvergießen im Gazastreifen weiter. Die Zahl der Toten bei israelischen Luftangriffen stieg am Mittwoch auf 203, wie der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf al-Kidra, über Twitter mitteilte.

1520 Menschen seien seit Beginn der Offensive vor acht Tagen verletzt worden. Bei einem Angriff mit Mörsergranaten auf den Erez-Grenzübergang war am Dienstag erstmals ein Israeli getötet worden. Der israelische Rundfunk meldete am Mittwoch, Israels Luftwaffe habe in der Nacht das Haus von Mahmud al-Sahar und anderen Hamas-Führern im Gazastreifen bombardiert. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, man prüfe den Bericht.

Zuvor hatte die israelische Armee Bewohner im nördlichen Gazastreifen zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert. Dies sollte "zu ihrer eigenen Sicherheit" geschehen, teilte das Militär mit. Zivile Opfer bei Luftangriffen gegen Stellungen der islamistischen Hamas sollen so vermieden werden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat für Mittwoch eine Ausweitung des Einsatzes angekündigt, nachdem eine Feuerpause lediglich sechs Stunden währte. Das israelische Sicherheitskabinett tagte bis zum frühen Morgen.

Der Gaza-Konflikt gefährdet auch die Stromversorgung der Bevölkerung in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer. Aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen hätten eine Stromleitung beschädigt, berichtete der israelische Rundfunk am Mittwoch. Damit sei bereits die zweite von insgesamt zehn Leitungen getroffen worden, die die Stromversorgung des Gazastreifens gewährleisteten. Nach der Beschädigung der ersten Leitung hieß es, 70 000 Palästinenser seien vom Strom abgeschnitten. Infrastrukturminister Silvan Schalom habe die israelischen Elektrizitätswerke angewiesen, ihre Mitarbeiter nicht zu gefährden. Die beschädigten Leitungen sollten nicht repariert werden, solange der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen andauert.

dpa/rtr

Deutschland / Welt Israelischer Zivilist getötet - Netanjahu will Angriffe ausweiten
15.07.2014
15.07.2014