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Deutschland / Welt Zentralrat der Muslime steht hinter dem Schalke-Lied
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16:15 05.08.2009
Der FC Schalke 04 will nach zahlreichen Protestmails die Liedzeilen mit einem Islamwissenschaftler überprüfen. Quelle: Patrik Stollarz/ddp (Archiv)
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NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) stellte sich hinter die Position des Zentralrats.

Auslöser der Proteste einiger Muslime waren die Zeilen im Schalker Vereinslied: „Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht.“ Muslimische Internetseiten und türkische Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen über das Lied berichtet. Der Text stammt aus dem Jahr 1963, die Fans hatten die Strophe seit den späten 50er Jahren gesungen. Der FC Schalke 04 will nach zahlreichen Protestmails und Drohanrufen die Liedzeilen nun mit einem Islamwissenschaftler überprüfen.

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Mazyek rief die Muslime dazu auf, die „Moschee im Dorf“ zu lassen und das Lied mit Humor zu nehmen. Die Schalke-Hymne nenne den muslimischen Propheten und gebe zu verstehen, dass er keine Ahnung von Fußball habe. „Ist ja auch klar, weil er nämlich vor der Erfindung des Fußballs gelebt hat“, argumentierte Mazyek.

NRW-Integrationsminister Laschet begrüßte die Stellungnahme des Zentralrats der Muslime, der die Sache mit „Humor und Gelassenheit“ aufgenommen habe. Ebenso begrüßte Laschet, dass es in keiner der großen türkischen Zeitungen Kritik an der Hymne gegeben habe. „Wir sollten die Tassen im Schrank lassen“ sagte Laschet. Schalke sei ein Verein, der sich in besonderer Weise um das Zusammenleben vieler Kulturen und Religionen verdient gemacht habe.

Dagegen hält Fußballtrainer Christoph Daum eine Änderung des Liedes für ratsam: „Ich weiß nicht, inwieweit Mohammed nun durch diese Zeilen möglicherweise verunglimpft wird“, sagte Daum. Aber wichtig sei, dass man „die andere Seite anhört“ und mit ihr rede. „Wenn sich in den Gesprächen, die absolut wichtig sind, herausstellen sollte, dass sich die Muslime verletzt, verunglimpft und angegriffen fühlen, sollte es nicht daran scheitern und auch für Schalke kein Problem sein, bestimmte Textpassagen gegebenenfalls zu verändern“, sagte der Trainer von Fenerbahce Istanbul.

Nach Angaben der Gelsenkirchener Polizei hält die Prüfung von Droh- und Protestmails, die beim FC Schalke eingegangen waren, durch den Staatsschutz an. Der Verein äußerte sich am Mittwoch nicht.

ddp