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Deutschland / Welt Separatisten wollen CIA-Agenten getötet haben
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13:31 17.05.2014
Schwer bewaffnete pro russische Milizen auf einem Feld in der Nahe von Kravchuk.
Schwer bewaffnete pro russische Milizen auf einem Feld in der Nahe von Kravchuk. Quelle: dpa
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Moskau

Mindestens 650 Menschen seien seit Anfang Mai verletzt, gefangen oder getötet worden. Das teilte der selbst ernannte "Volksbürgermeister" der umkämpften Großstadt Slawjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, am Samstag der Agentur Interfax zufolge mit.

Unter den "Verlusten" seien auch 13 getötete und 12 verletzte Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA sowie vom FBI, behauptete Ponomarjow demnach in einer von der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" veröffentlichten Videobotschaft. Nach Darstellung des Separatistenführers starben allein 90 Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU bei den Kämpfen im Südosten der Ex-Sowjetrepublik.

Auch private Militärfirmen aus Polen und den USA hätten Verluste zu beklagen. Zudem hätten die Regierungstruppen acht Kampfhubschrauber sowie weitere Militärtechnik verloren. Offiziell bestätigt ist der Einsatz ausländischer Söldner in dem Konfliktgebiet aber weiter nicht. Auch Russland hatte Vorwürfe stets bestritten, Geheimdienstler einzusetzen. Die Vereinten Nationen hatten die Zahl der Toten in der Ukraine seit Beginn der Krise mit 250 angegeben, darunter allein etwa 100 bei der proeuropäischen Revolution auf dem Maidan im Januar und Februar.

Zweiter Runder Tisch zur Krise in der Ukraine begonnen

In der ostukrainischen Stadt Charkow hat ein zweiter Runder Tisch zur Lösung der Krise in der Ex-Sowjetrepublik begonnen. Nach einem ergebnislosen ersten Treffen in der Hauptstadt Kiew am vergangenen Mittwoch kamen prominente politische Akteure diesmal in der Nähe der von militanten prorussischen Kräften kontrollierten Region im Osten des Landes zusammen.

Neben Regierungschef Arseni Jazenjuk und dem deutschen Diplomaten Wolfgang Ischinger versammelten sich auch die früheren Präsidenten Leonid Krawtschuk und Leonid Kutschma, wie das Staatsfernsehen am Samstag zeigte. Am Rande gab es friedliche Proteste von prorussischen Aktivisten.

„Ukrainer, verwendet bitte Worte und keine Waffen“, appellierte Ischinger. Auch Innenminister Arsen Awakow sowie Vertreter der im russischsprachigen Osten der Ukraine verankerten Partei der Regionen, darunter der Oligarch Wadim Nowinski und Präsidentenkandidat Michail Dobkin, waren bei dem Treffen anwesend.

„Wir als ukrainische Regierung sind mehr als andere daran interessiert, dass Frieden und Ruhe im Land herrschen“, sagte Jazenjuk. Er betonte erneut, dass es Verhandlungen mit „Terroristen“ nicht geben werde. Gemeint sind die militanten prorussischen Kräfte, die in den Metropolen Lugansk und Donezk unabhängige Volksrepubliken ausgerufen hatten. „Die Regierung möchte alles dafür tun, damit die Waffen niedergelegt werden“, sagte Jazenjuk.

Das Hotel Charkow, in dem der Runde Tisch tagte, wurde von einem extremen Sicherheitsaufgebot bewacht. Prorussische Regierungsgegner riefen: „Weg mit der Junta! und „Faschismus hat keine Chance!“. Sie halten die proeuropäische Regierung in Kiew für ultranationalistisch und befürchten einen Verlust ihrer Minderheitsrechte.

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