Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Politik Niedersachsen schiebt erstmals seit 2016 Mann nach Afghanistan ab
Nachrichten Politik Niedersachsen schiebt erstmals seit 2016 Mann nach Afghanistan ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 04.10.2018
Der Niedersächsische Flüchtlingsrat kritisiert die Abschiebung trotz der angespannten Sicherheitslage. Quelle: dpa/Julian Stratenschulte/Symbolbild
Anzeige
Hannover

Aus Niedersachsen ist erstmals seit 2016 ein Afghane in sein Heimatland abgeschoben worden. Der alleinstehende Mann sei in Deutschland straffällig geworden und habe hier eine Freiheitsstrafe verbüßt, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Innenministerium am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst. Dem Niedersächsischen Flüchtlingsrat zufolge wurde der Mann am Dienstag gemeinsam mit weiteren 16 Geflüchteten aus ganz Deutschland in die afghanische Hauptstadt Kabul ausgeflogen.

Gleichzeitig übte der Rat heftige Kritik an der Abschiebung. Die „dramatische Eskalation“ der Sicherheitslage in dem bürgerkriegsgeschüttelten Land erfordere einen kategorischen Abschiebungsstopp. Eine Gefährdung von Menschen durch den Krieg in Afghanistan bestehe auch für Personen, die in Deutschland straffällig geworden seien. Einem UN-Bericht zufolge habe im ersten Halbjahr 2018 die Zahl der bei Konflikten in Afghanistan getöteten Zivilisten mit fast 1.700 den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht.

Anzeige

Der Sprecher verwies hingegen auf einen Erlass des Landesinnenministeriums vom Juli 2017. Danach würden nur Gefährder und Personen, die schwere Straftaten begangen hätten, aus Niedersachsen nach Afghanistan abgeschoben. Der Erlass orientiere sich an der geltenden Beschlusslage der Innenministerkonferenz.

Von epd