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Niedersachsen 1,5 Millionen Euro für Krabbenfischer
Nachrichten Politik Niedersachsen 1,5 Millionen Euro für Krabbenfischer
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17:00 12.07.2013
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat die Krabbenfischer im Rahmen seiner Sommerreise besucht und ihnen 1,5 Millionen Euro Fördermittel versprochen.
Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hat die Krabbenfischer im Rahmen seiner Sommerreise besucht und ihnen 1,5 Millionen Euro Fördermittel versprochen. Quelle: dpa
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Neuharlingersiel

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) hat der neuen Krabben-Erzeugergemeinschaft in Neuharlingersiel die Unterstützung des Landes zugesagt. Bis 2015 habe das Land für die Fischer eine Förderung von 1,5 Millionen Euro vorgesehen, sagte Meyer am Freitag in Neuharlingersiel (Kreis Wittmund). Er traf sich dort erstmals mit den Krabbenfischern. Mit der Förderung erkenne das Land auch die Anstrengungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Fischerei an, sagte Meyer.

In der Erzeugergemeinschaft haben sich Fischer aus kleinen Familienbetrieben in Niedersachsen und Schleswig-Holstein zusammengeschlossen. Sie wollen sich bei Verhandlungen mit Großhändlern besser auf dem Markt behaupten und faire Preise für ihre Fänge erzielen. Die Fischer zeigten sich erfreut über das Interesse des grünen Ministers. „Es ist wichtig, sich in die Augen zu schauen“, sagte der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft, Dirk Sander.

Noch vor der Landtagswahl im Januar hatten sich Niedersachsens Fischer besorgt über Vorstöße aus Schleswig-Holstein gezeigt, die Fanggebiete einzuschränken. Daran zeigte Meyer jedoch kein Interesse: „Wir wollen keine fischereifreien Zonen schaffen.“ Allerdings seien die Gebiete problematisch, die wegen Offshore-Windparks nicht befahren werden dürften.

Ähnlich wie bei seinem ersten Auftritt vor Niedersachsens Jägern schlug Meyer auch bei Fischern moderate Töne an. Er sei kein Vegetarier, hatte er im März vor den Waidleuten bekannt. In Neuharlingersiel ließ er sich Krabben schmecken, die derzeit Rekordpreise erzielen. Acht Euro pro Kilogramm bekommen die Fischer derzeit. Vor zwei Jahren hatten sie gestreikt, weil sie mit Preisen um drei Euro ihre Ausgaben nicht mehr decken konnten.

Ein Dauerthema bleibt die Nachhaltigkeit in der Krabbenfischerei. Meyer begrüßte neue Fangmethoden, bei denen besonders kleine Krabben nicht mehr ins Netz gehen. Am liebsten wäre dem Minister auch, wenn Krabben ein regionales Produkt blieben und nicht mehr zum Pulen nach Marokko und zurück geschickt werden müssten. Eine Lösung könnten Pul-Maschinen in der Küstenregion sein: Dadurch ließen sich lange Transportwege und das von Umweltschützern kritisierte Konservieren mit Benzoesäure vermeiden. Auch die Krabbenfischer sind von der Idee angetan. Doch die Technik könne noch nicht so arbeiten wie routiniert pulende Menschen, sagte Sander: „Jede Krabbe ist anders, das spürt die Maschine nicht“.

dpa

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