Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen 2500 Selbstanzeigen von Steuersündern
Nachrichten Politik Niedersachsen 2500 Selbstanzeigen von Steuersündern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:28 12.08.2014
Das Land hat sich mit 855.000 Euro an den Ankäufen von Steuer-CD's beteiligt.
Das Land hat sich mit 855.000 Euro an den Ankäufen von Steuer-CD's beteiligt. Quelle: Fredrik von Erichsen
Anzeige
Hannover

Die Zahl der Selbstanzeigen von Steuersündern ist in Niedersachsen im Juli weiter in die Höhe geschnellt. Bis Ende des Monats haben sich fast 2500 Steuerbetrüger bei den Finanzämtern gemeldet. Das geht aus Zahlen des Finanzministeriums hervor, die der HAZ vorliegen. Bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres hatten sich so viele Steuersünder wie noch nie selbst angezeigt – es waren 2218. Im Juli sind noch einmal 272 hinzugekommen.

Mit insgesamt 2490 Selbstanzeigen in sieben Monaten ist beinahe das Niveau des gesamten Jahres 2013 erreicht, als 2862 Anzeigen eingingen. Experten sprechen vom „Hoeneß-Effekt“, gemeint sind die Steuersünden des Fußball-Managers samt den Folgen für diesen. Damit steuert Niedersachsen auf einen neuen Rekordwert zu. Niedersachsens Einnahmen aus den Ankäufen von Daten aus den Ländern Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein betrugen bis zum Stichtag 222 Millionen Euro. Das Land hat sich mit 855.000 Euro an den Ankäufen von Steuer-CD's beteiligt.

Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) schließt den Ankauf weiterer Daten nicht aus, solange das internationale Abkommen über den automatisierten Datenaustausch zwischen den Staaten noch nicht umgesetzt ist. Er mahnte, dass die Zeit dränge. An weitere Steuersünder, die sich noch nicht gemeldet haben, appellierte er: „Ich wiederhole meinen Appell an noch immer Zweifelnde, die Ferienzeit zu nutzen, um sich rechtzeitig selbst anzuzeigen. Es wird teurer; einmal entdeckt gibt es ohnehin keinen strafbefreienden Weg zurück.“

Nach den bisherigen Planungen soll zum 1. Januar 2015 die Grenze, bis zu der Steuerhinterziehung ohne Zuschlag bei einer Selbstanzeige straffrei bleibt, von 50.000 auf 25.000 Euro gesenkt werden. Bei darüber liegenden Beträgen wird bei gleichzeitiger Zahlung eines Zuschlages in Höhe von 10 Prozent von der Strafverfolgung abgesehen.

Ab einem hinterzogenen Betrag von 100.000 Euro sollen dann 15 Prozent Zuschlag entrichtet werden, ab einem Betrag von 1 Million Euro sogar 20 Prozent. Bisher liegt der Zuschlag bei fünf Prozent. Um Straffreiheit zu erlangen, müssen zudem neben dem hinterzogenen Betrag künftig auch Hinterziehungszinsen in Höhe von 6 Prozent pro Jahr sofort entrichtet werden. Daneben soll in allen Fällen die Strafverfolgungsverjährung der Steuerhinterziehung auf zehn Jahre ausgedehnt werden.

doe/jos/dpa

Niedersachsen Niedersächsisches Tariftreue- und Vergabegesetz - Bode zweifelt die Tariftreue Weils an
Michael B. Berger 08.08.2014
Niedersachsen Hilfe für Asylbewerber - Land sichert Kommunen Hilfe zu
Michael B. Berger 05.08.2014
Michael B. Berger 04.08.2014