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Niedersachsen 400 Erziehungslotsen unterstützen Familien
Nachrichten Politik Niedersachsen 400 Erziehungslotsen unterstützen Familien
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13:44 11.02.2010
Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (v.l., CDU) unterhält sich mit den Erziehungslotsinnen Marina Rump und Brigitte Sass. Quelle: lni
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Ein Jahr nach dem Start des „Erziehungslotsen“-Projekts sind in Niedersachsen inzwischen rund 400 der ehrenamtlichen Helfer im Einsatz. In 22 Kreisen und Städten laufe das Projekt bereits, in sechs weiteren sei die Einführung geplant, teilte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) am Donnerstag mit. Die Lotsen sollen Familien in schwierigen Lebensphasen unterstützen, beispielsweise durch praktische Tipps bei der Kindererziehung.

Einen Ersatz für die Arbeit der professionellen Beratungsstellen und Jugendhilfen sollen die ehrenamtlichen Lotsen allerdings nicht darstellen: Das Einsatzfeld liege im Vorfeld der Maßnahmen einer sozialpädagogischen Familienhilfe, sagte die Ministerin. „Man muss sich als Lotse immer die Frage stellen: Bin ich derjenige, der für Entlastung sorgen kann oder sollte man auf andere Dienstangebote zurückgreifen“, sagte Ross-Luttmann.

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Ausgebildet werden die Helfer in 40-stündigen Qualifizierungskursen, die gemeinsam vom Land Niedersachsen und den Kommunen über die Familienbildungsstätten finanziert werden. Anschließend helfen die Erziehungslotsen bis zu drei Stunden pro Woche in den Familien aus. „Ich wollte einfach meine Erfahrungen und mein Wissen an andere weitergeben“, beschreibt „Erziehungslotsin“ Birgit Sass ihre Motivation. Die 59-Jährige war eine der ersten Projektteilnehmer und hat seitdem schon mehrere Familien begleitet.

Kritik an dem Modell kam vor allem von den Oppositions-Fraktionen: Als „systematische Entprofessionalisierung“ im Bereich der Pädagogik bezeichnete Miriam Staudte (Grüne) das Modell. Mit einem 40-Stunden-Kurs seien die Erziehungslotsen bei weitem nicht genügend qualifiziert. Man dürfe künftig nicht nur auf ehrenamtliche Helfer setzen, sagte auch Patrick Humke-Focks von den Linken. Uwe Schwarz von der SPD-Fraktion äußerte zudem Zweifel an der Finanzierung des Projektes: Die gesamte Struktur und Arbeit werde den Kommunen überlassen, sagte er. Finanzschwache Gemeinden könnten sich das Projekt so nicht leisten.

lni