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00:16 17.09.2018
Die Bundesländer, hier ein Schild aus Hessen, bereiten sich auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland vor. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Hannover

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien hat auch Niedersachsen alarmiert. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hat einen Krisenstab in ihrem Ministerium eingerichtet und am Freitagmorgen den Landtag über die Lage informiert.„Wir haben es nun mit einer handfesten Bedrohung vor der Haustür zu tun. Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst“, sagte Otte-Kinast. Niedersachsen habe sich in den vergangenen Monaten intensiv auf dieses Szenario vorbereitet. „Prävention hat die höchste Priorität. Wir haben alle Gesetze auf den Weg gebracht, um die Gefährdung durch ASP zu bekämpfen.“ Die Ministerin betonte aber, dass es sich bei ASP um eine Tierkrankheit handele, „die unsere Haus- und Wildschweine bedroht, aber für den Menschen ungefährlich ist“.

Otte-Kinast erklärte, dass sie am Donnerstagabend von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) darüber informiert worden sei, dass in einer südbelgischen Region bei Wildschweinen das Virus nachgewiesen worden sei. Die belgische Fachbehörde für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette habe inzwischen zwei Fälle von ASP in Belgien bestätigt. Das Virus sei in der Gemeinde Étalle in der Provinz Luxemburg und damit lediglich etwa 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt bei zwei tot aufgefundenen Wildschweinen entdeckt worden.

„Die ASP hat mit diesen Nachweisen in Belgien einen sehr großen, überraschenden und beunruhigenden Sprung nach Westen gemacht, der durch eine Wanderung infizierter Wildschweine über Hunderte von Kilometern aus Osteuropa sicher nicht erklärt werden kann“, sagte Otte-Kinast. Da der Fundort nahe einer Autobahn gelegen habe, sei ein „weggeworfenes Wurstbrot“ wahrscheinlicher. Der Eintrag der Krankheit durch den Fehler eines Menschen könne auch in Niedersachsen jederzeit stattfinden.

Laut Otte-Kinast hat Klöckner angekündigt, gemeinsam mit den Veterinärbehörden der Nachbarländer Frankreich, Luxemburg und Belgien die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der ASP-Bekämpfung zu intensivieren. „Dies begrüße ich sehr.“ Auch in anderen Regionen der Welt breitet sich das Virus vor allem in Wildschweinbeständen aus –etwa in osteuropäischen Ländern wie Russland, Polen, Ungarn Rumänien und Tschechien. Vielfach seien auch Hausschweinebestände mit ASP infiziert worden. „Nur in Tschechien konnte ein regionales Ausbruchsgeschehen durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen so weit eingedämmt werden, dass dort seit April dieses Jahres keine neuen Fälle verzeichnet werden mussten“, sagte Otte-Kinast.

Die Agrarministerin forderte, jeden Fund eines toten Wildschweines unverzüglich den zuständigen Veterinärämtern mitzuteilen, die Sicherheitsmaßnahmen in Schweine haltenden Betrieben konsequent zu beachten und bei der Anwendung von Sicherheitsmaßnahmen auf Autobahnraststätten und Parkplätzen nicht nachzulassen, um die Ansteckung von Wildschweinen zu vermeiden. Die Rastplätze in Niedersachsen würden engmaschig kontrolliert und entsorgter Müll sofort aufgenommen und entfernt. Die vorhandenen Abfallbehälter seien verschließbar und kippsicher aufgestellt, erklärte Otte-Kinast.

Die Grünen-Abgeordnete Miriam Staudte betonte in der anschließenden Debatte, dass die Gefahr durch den Transport von Schweinebetrieb zu Schweinebetrieb höher sei als durch Wildschweine. Dagegen sagte der FDP-Abgeordnete Hermann Grupe, dass vor allem der dichte Wildschweinbestand ein Risikofaktor sei. Der CDU-Politiker Helmut Dammann-Tamke warnte vor den wirtschaftlichen Folgen eines Ausbruchs. „Es wäre absolut abträglich, wenn der Wildschweinmarkt zusammenbrechen und niemand mehr jagen würde.“

In Niedersachsen gibt es laut Agrarministerium 5700 Schweine haltende Betriebe mit insgesamt 8,5 Millionen Tieren. Die Verkaufserlöse lagen 2016 bei rund 24 Milliarden Euro.

Von Marco Seng

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