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Niedersachsen Agrarminister besorgt über Schweinepest
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09:05 03.02.2014
Von Klaus Wallbaum
Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) während der Debatte über Genmais im niedersächsischen Landtag in Hannover. Quelle: dpa
Hannover/Berlin

„Das Virus kann sich sehr schnell ausbreiten. Falls es irgendwann nach  Niedersachsen kommen sollte, wären die Folgen für die Landwirtschaft fatal“, sagte Meyer am Sonntag der HAZ. Er rief alle Verbraucher dazu auf, keine frische Wurst aus dem Baltikum zu importieren.

In zwei Regionen Litauens, an der Außengrenze der EU, war die „Afrikanische Schweinepest“ vor wenigen Tagen festgestellt worden. Die Seuche kann sich von Wildschweinen auf Hausschweine übertragen, ist aber für den Menschen ungefährlich. Sobald die Schweinepest in einem Betrieb ausgebrochen ist, muss dort der gesamte Tierbestand getötet werden. „Wer in Litauen war, sollte von dort weder Wurstwaren noch Jagdttrophäen mitbringen“, rät Gabi von der Brelie, Sprecherin des niedersächsischen Landvolks. Auch gelte der Rat an alle Landwirte, neben den Tierärzten nur vertraute Personen in die Schweineställe zu lassen – denn man wisse nicht, wo die Menschen vorher gewesen sind. „Das Virus ist sehr hartnäckig und langlebig – und es gibt keinen Impfstoff dagegen.“

Agrarminister Meyer appellierte an die Verbraucher, keine frischen Wurstwaren aus Litauen in Deutschland etwa auf Autobahnraststätten wegzuwerfen. „Wenn Wildschweine den Müll an Raststätten durchwühlen, können sie das Virus rasch aufnehmen – und sehr schnell Hausschweine damit anstecken.“ Die Population an Wildschweinen in Niedersachsen hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen.

Der Generalsekretär des Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, hat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur auf die gravierenden wirtschaftlichen ­Folgen der Schweinepest hingewiesen. Russland hatte wegen der Krankheit ein Importverbot für Schweinefleisch aus der EU verhängt – gegen Proteste aus Brüssel. Zwar handeln nur wenige deutsche Betriebe mit Russland, aber durch dem Importstopp kommt es zu Verschiebungen der Warenströme, weil viele ­beispielsweise dänische oder polnische Händler nun stärker versuchen könnten, ihr Schweinefleisch auf dem deutschen Markt zu vertreiben. Die Hälfte aller Schweine, die in Deutschland gemästet werden, lebt in Niedersachsen – das sind zwölf Millionen Tiere. Wegen der Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges ist die Landesregierung auch bei jedem Hinweis auf Tierseuchen alarmiert.

Die „Afrikanische Schweinepest“ ist in den vergangenen Jahren wiederholt auch außerhalb Afrikas aufgetreten, beispielsweise in Russland. Kontakte der Tiere untereinander, aber auch Zeckenbisse können die Krankheit verbreiten. Das Virus steckt häufig auch in Küchen- und Speiseabfällen.

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