Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Akw Unterweser wird für drei Monate abgeschaltet
Nachrichten Politik Niedersachsen Akw Unterweser wird für drei Monate abgeschaltet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 15.03.2011
Das Akw Unterweser wird für drei Monate abgeschaltet.
Das Akw Unterweser wird für drei Monate abgeschaltet. Quelle: dpa
Anzeige

In dem Gespräch, an dem auch Niedersachsens Regierungschef David McAllister (CDU) teilnahm, hatten sich die Regierungschefs darauf geeinigt, die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke in Deutschland vorübergehend abzuschalten. Zudem bleibt das nach Pannen bereits abgeschaltete AKW Krümmel in Schleswig-Holstein vom Netz getrennt.

Das 1979 ans Netz gegangene Unterweser ist das älteste der drei in Niedersachsen noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke. Dagegen können die moderneren Meiler Grohnde und Emsland vermutlich noch bis ins nächste Jahrzehnt weiter produzieren. Damit werden in Deutschland in den nächsten drei Monaten nur noch neun der bislang 17 Atomkraftwerke Strom liefern.

„Ich begrüße diese Entscheidung“, sagte McAllister in Hannover. Er habe in der Runde für die vorläufige Abschaltung von Unterweser geworben. Die Ereignisse in Japan würden die Politik trotz des bereits vorhandenen „höchsten Maßes“ an Sicherheit zu „noch größerer Sorgfalt“ zwingen. „Wir haben die Betreiber des Kernkraftwerkes Unterweser heute Nachmittag über die Entscheidung unterrichtet“, betonte McAllister. Der Hochwasserschutz spiele bei Unterweser eine besondere Rolle. „Weil dieses Kernkraftwerk ja schon ziemlich in Meeresnähe liegt. Und es schon gewisse Gezeitenbewegungen gibt.“

Ministerpräsident David McAllister (CDU) will am Mittwoch den Landtag in einer Regierungserklärung über das weitere Vorgehen informieren. „Nach den Ereignissen in Japan haben wir jetzt die politischen Konsequenzen zu ziehen“, sagte McAllister. Deshalb sei er sehr einverstanden mit den Ergebnissen. Ziel müsse es sein, eine sichere, nachhaltige und wirtschaftliche Energieversorgung in Deutschland zu ermöglichen.

Am nächsten Dienstag wollen Merkel und die Ministerpräsidenten der fünf Länder mit Atomkraftwerken ihre Gespräche in Berlin fortsetzen. Dann geht es um Fragen der Endlagerung, den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und der Infrastruktur. „Aber auch um die Frage, wie wir das, was wir in Deutschland diskutieren, auch international auf die Tagesordnung bringen können. (...) Inwieweit wir die Weitererkundung von Gorleben ansprechen, das weiß ich jetzt noch nicht“, sagte McAllister, der aus London zu dem Treffen reisen wird. Dort trifft er sich am Montag mit dem britischen Premierminister David Cameron zu politischen Gesprächen.

Aus der Sicht von Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel wird das Resultat der Gespräche den Erfordernissen nicht gerecht. „Die befristeten Akw-Abschaltungen, die der Angst vor einer Niederlage bei den anstehenden Wahlen geschuldet sind, reichen nicht aus“, sagte Wenzel in Hannover. Die ältesten sieben Akw und das Kernkraftwerk Krümmel müssten endgültig und sofort vom Netz. Zudem müsse die Laufzeitverlängerung unverzüglich vom Parlament aufgehoben werden.

dpa