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Niedersachsen „Alkoholverbot
 im Metronom 
ist ein Erfolg“
Nachrichten Politik Niedersachsen „Alkoholverbot
 im Metronom 
ist ein Erfolg“
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21:30 03.12.2009
Von Saskia Döhner
Die niedersächsische Gesundheitsministerin Ross-Luttmann bringt „Alkohlfrei“-Aufkleber am Metronom an.
Die niedersächsische Gesundheitsministerin Ross-Luttmann bringt „Alkohlfrei“-Aufkleber am Metronom an. Quelle: ddp
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Schon zwei Wochen nach der Einführung hat sich das Alkoholverbot in den Metronomzügen bewährt: „Wir haben deutlich weniger Müll und kaum noch gewalttätige Übergriffe gegen Fahrgastbetreuer“, sagte Tatjana Festerling, Sprecherin der privaten Bahngesellschaft, am Donnerstag. Bei den Fahrgästen stoße das Fahrverbot auf breite Akzeptanz. Selbst die meisten Fußballfans hätten sich mittlerweile umgestellt und würden vor Fahrtantritt ihr Bier trinken oder bei längeren Aufenthalten den Zug verlassen: „Die 20 Minuten Aufenthalt in Uelzen nutzen viele, um am Bahnhof schnell etwas zu trinken.“ Auch die letzten uneinsichtigen Fahrgäste würden mit Hilfe von Bundespolizei und Sicherheitsdienst bestimmt noch vom Sinn des Alkoholverbots überzeugt werden können.

Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU), die am Donnerstag in Hannover an einen Regionalzug einen „Alkoholfrei“-Aufkleber anbrachte, nannte das Verbot „beispielhaft“: „Ungehemmter Alkoholgenuss in öffentlichen Verkehrsmitteln – oft schon früh am Tag – gibt gerade Kindern und Jugendlichen falsche Signale. In einem alkoholfreien Zug muss niemand Angst vor den Auswirkungen exzessiven Trinkens haben.“

Vor allem betrunkene, randalierende Hooligans auf der Strecke zwischen Göttingen und Hamburg hatten Metronom in der Vergangenheit zu schaffen gemacht: Mitarbeiter wurden beleidigt, Sitze aufgeschlitzt und Berge von Müll und leeren Flaschen hinterlassen. Die Kosten dafür bezifferte Sprecherin Festerling auf 500.000 Euro jährlich.

Auch bei der Deutschen Bahn weiß man, dass Vandalismus teuer ist. „In Niedersachsen entstehen dadurch Schäden von rund 3,4 Millionen Euro im Jahr“, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Bundesweit seien es sogar 50 Millionen Euro. Von einem generellen Alkoholverbot hält die Bahn aber nichts. „Damit träfe man auch harmlose Reisengruppen wie Damenkränzchen, die mal mit einem Gläschen Sekt anstoßen wollen“, sagt Meyer-Lovis.

Bei der Nordwestbahn in Osnabrück heißt es, man betrachte das Alkoholverbot in den Metronomzügen mit Interesse, sehe selbst dazu aber keinen Anlass: „In unseren Zügen fahren kaum Fußballfans“, sagte eine Sprecherin.

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