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Niedersachsen Alle Lehrer sind noch nicht da
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20:50 05.08.2009
Von Saskia Döhner
Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) Quelle: Ralf Decker
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„Es gibt viele Möglichkeiten, die Lücke zu füllen“, sagte Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) am Mittwoch vor Journalisten in Hannover. Man könne Aushilfslehrer einstellen oder vorhandene Lehrkräfte könnten kurzfristig mehr arbeiten.

Manche Schulen greifen auch auf ungewöhnliche Methoden zurück, wie etwa das Stader Vincent-Lübeck-Gymnasium, das per Anzeige nach Aushilfslehrern für Deutsch und Geschichte sucht. Dort können sich nicht nur Quereinsteiger und Hochschulabsolventen, sondern auch „Freunde und Ehemalige der Schule“ bewerben, heißt es.

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Ein Viertel der neuen Lehrer in Niedersachsen stammt aus anderen Bundesländern. Während die Ministerin dies als einen Beleg dafür sieht, wie attraktiv Niedersachsen für junge Pädagogen ist, sprach der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eberhard Brandt, von mangelnder Nachwuchsplanung. „Gerade an den Gymnasien kommen zu wenig junge Lehrer nach, das wird nach 2011 zu einem Riesenproblem werden.“

Die Ministerin verwies auf den Ausbau der Referendarsplätze auf nunmehr 5900 und die Einrichtung von fünf neuen Außenstellen an den Studienseminaren. „Jetzt können wir auch in Gegenden Lehrer ausbilden, wo das bislang nicht möglich war, damit bieten sich auch für die dortigen Schulen Chancen, Bewerber für freie Stellen zu finden. Denn viele angehende Lehrer wollen an der Schule bleiben, wo sie ausgebildet worden sind“, sagte Heister-Neumann.

In der Vergangenheit war aber wiederholt von Lehrernachwuchsorganisationen wie den Jungen Philologen Kritik an der unzureichenden Ausstattung der Außenstellen laut geworden. Für die Kultusministerin ist das Maßnahmenbündel zur Sicherung der Unterrichtsversorgung „ein Erfolg“. So seien durch freiwillige Reduzierung der Teilzeit 2000 und durch den Wechsel ins Blockmodell bei der Altersteilzeit 4250 Lehrerstunden gewonnen worden. Die Opposition sieht das ganz anders. SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt kritisierte am Mittwoch: „Heister-Neumann hat das System ausgepresst wie eine Zitrone – und das bis auf den letzten Tropfen.“

Anders als die Regierung befürchtet die Opposition weiterhin, dass viele Stunden ausfallen werden. Ina Korter (Grüne) sagte: „Von einer Unterrichtsgarantie ist die Landesregierung weiter entfernt denn je,“ Die Ministerin wurstele sich mehr schlecht als recht durch. „Die Stümperei geht weiter.“