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Niedersachsen Althusmann macht gegen Schulschwänzen mobil
Nachrichten Politik Niedersachsen Althusmann macht gegen Schulschwänzen mobil
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08:17 31.10.2011
Kultusminister Bernd Althusmann will strenger gegen Schulschwänzer vorgehen. Quelle: dpa
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Der Minister betonte, es gehe ihm nicht um den einen oder anderen versäumten Tag, sondern um die massiven Fälle fortgesetzten Fernbleibens vom Unterricht. Hier gegenzusteuern sei nicht nur Ausdruck notwendiger pädagogischer Strenge, sondern vor allem ein sozialpolitisches Gebot.


„Die Integration gerade der lernschwachen Schüler fängt mit der Anwesenheit im Klassenzimmer an“, sagte der CDU-Politiker. Dies gelte unabhängig davon, ob es sich um Deutsche, Ausländer oder Schüler mit Migrationshintergrund handelt.

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Zuständig für die Ahndung des Schulschwänzens ist indessen nicht das Land, sondern die kommunale Ebene. Landkreise und Städte können für das Schwänzen Bußgelder festsetzen
Meist müssen die Eltern das Bußgeld bezahlen. Schüler, die 14 Jahre oder älter ist, können auch selbst zu Kasse gebeten werden. Geldbußen werden meist erst nach einem dauerhaften unentschuldigtem Fehlen von zehn Tagen oder mehr verhängt. Strafen zwischen 100 und 150 Euro sind die Regel, im Wiederholungsfall wird es teurer. In Einzelfällen kann die Geldbuße auch höher ausfallen.

Helmut Janssen, Leiter der Bußgeldstelle im Kreis Aurich, berichtet von einem Fall, bei dem 791 Euro zusammenkamen. Bei rund 300 Verfahren nimmt der Kreis jährlich um 22. 000 Euro ein, im Kreis Harburg waren es nach Angaben von Jugendamtsleiterin Barbara Stiels mit 133 Fällen im Jahr 2010 nur 9000 Euro gewesen. Die Stadt Celle kassierte für Schulschwänzen 18.000 Euro.

Quer durch Niedersachsen ist bei den Kommunen von einer steigenden Zahl von Schwänzern die Rede. Der Kreis Peine etwa behandelte im ganzen Jahr 2008 noch 60 Fälle, in diesem Jahr fehlten bis zum Beginn der Herbstferien schon mehr als 60 Schüler unentschuldigt. Pro Fehltag werden in Peine sechs Euro fällig, im Wiederholungsfall zwölf Euro. Am meisten geschwänzt wird offenbar in den großen Städten. In Braunschweig gab es im vergangen Jahr 541 Bußgeldverfahren, in Hannover 1525.

Vertreter der Kommunen betonen, sie seien nicht an Einnahmen aus Bußgeldern interessiert, sondern daran, das Schwänzen abzustellen. Für Lehrer und Eltern sei es wichtig, die Gründe für das Verhalten aufzuklären. Viele Kreise berichten, die meisten Schwänzer seien männlich und zwischen 14 und 16 Jahre alt. Oft seien es Haupt- oder Berufsschüler. Viele Jugendliche seien schulmüde, würden gemobbt oder stammten aus schwierigen Familienverhältnissen.

Saskia Döner