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Niedersachsen Piel entschuldigt sich für Attacke auf Gymnasien
Nachrichten Politik Niedersachsen Piel entschuldigt sich für Attacke auf Gymnasien
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19:04 18.03.2015
Von Heiko Randermann
Grünen-Politikerin Anja Piel. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

„Ich bedauere diese Aussage, die ich während einer grünen Mitgliederversammlung in Hameln getätigt habe“, teilte Anja Piel am Mittwoch schriftlich mit. Diese Äußerungen seien unabhängig von ihrem Kontext unglücklich und missverständlich gewesen. „Wenn ich damit Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer vor den Kopf gestoßen habe, möchte ich mich dafür entschuldigen.“ Die Hamelner Landtagsabgeordnete hatte laut einem Bericht der Hamelner Zeitung „Dewezet“ gesagt, Eltern mit hohen Einkommen wollten ihren Nachwuchs immer noch von „Schmuddelkindern“ fernhalten. Kinder aus einkommensschwachen Familien müssten aber die gleichen Bildungschancen erhalten wie die Unternehmerkinder, „die sich jetzt an den Gymnasien zusammenrotten“.

Der Philologenverband bezeichnete die Äußerungen als „Hasstirade“ und ein „erschreckendes Signal für die wahren schulpolitischen Ziele der Grünen“. Petra Wiedenroth, Geschäftsführerin des Verbands der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens, hält die Äußerungen für „menschenverachtend und herabwürdigend“. Der Vorsitzende der Niedersächsischen Direktorenvereinigung , Wolfgang Schimpf, sagte, in Piels Äußerungen zeige sich ein für eine Politikerin indiskutables Maß an Unkenntnis über die tatsächliche Schülerklientel der Gymnasien im Land. Sie habe damit deutlich gemacht, worum es den Grünen gehe: die Abschaffung des Gymnasiums.

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Piel wies dies gestern zurück. „Es ist kein Geheimnis, dass wir Grüne die Diskriminierung der Gesamtschulen gegenüber dem Gymnasium beenden wollen. Und es ist auch kein Geheimnis, dass wir Grüne die Gymnasien erhalten wollen“, betonte die Fraktionsvorsitzende. Man dürfe sich nicht auf eine ideologische Debatte einlassen, das habe sie auch bei der Mitgliederversammlung der Grünen gesagt.

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