Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Asse-Anlieger: Pumpen statt Fluten
Nachrichten Politik Niedersachsen Asse-Anlieger: Pumpen statt Fluten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:56 06.06.2012
Von Michael B. Berger
Foto: Im Streit um das Atommülllager Asse gibt es einen neuen Vorschlag von Bürgerinitiativen.
Im Streit um das Atommülllager Asse gibt es einen neuen Vorschlag von Bürgerinitiativen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
Anzeige
Hannover

„Souverän“ sei der Auftritt des neuen Bundesumweltministers Peter Altmaier (CDU) in dem lecken Atomlager Asse schon gewesen, sagen auch die Anwohner - eine Woche nach Peter Altmaiers Fahrt in die Grube. Doch der Glaube, dass mit Altmaier nun die Sanierung des mit maroden Atomfässern vollgefüllten Salzbergwerks wesentlich schneller vorangeht, will noch nicht wachsen. „Trotz aller neuen Ankündigungen wird faktisch das alte Konzept der Asse-Flutung weiterverfolgt“, behauptet Peter Dickel vom Asse-Koordinationskreis, in dem sich die Bürgerinitiativen versammelt haben.

m Mittwoch haben die Initiativen ein Konzept vorgestellt, das ihrer Ansicht nach greifen sollte. „Pumpen statt Fluten“, lautet die Devise. Denn eine Flutung des ehemaligen Bergwerks, in das täglich etwa 12 000 Liter Wasser von außen einfließt, sei auch als Notfallmaßnahme nicht hinnehmbar. Deshalb müssten die Vorrichtungen zum Abpumpen des Wassers erheblich verstärkt werden sowie die Stromversorgung ertüchtigt werden. Denkbar wäre auch, das abgepumpte Wasser in Kesselwagen fortzubringen oder eine Pipeline von der Asse in einen Binnenhafen zu legen, von dem aus das Asse-Wasser weitertransportiert werden. „Eine Verklappung in der Nordsee wäre auch eine umweltverträgliche Lösung“, meint Frank Hoffmann von der Asse-Initiative. Es sei nicht hinnehmbar, dass das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sich bei der Bewältigung des Wasserzutritts selber Fesseln anlege und nur noch meine, mit einer Gegenflutung auf ein Absaufen der Asse reagieren zu können.

Das sieht Werner Nording vom Strahlenschutzamt anders. Im Gegensatz zu Behauptungen der Initiative konnte das BfS auf kein Notfallkonzept des früheren Betreibers zurückgreifen. Man habe ein neues Konzept erstellen müssen. „Mit der Pumpenkapazität, die das BfS aufgestockt hat, sind wir mittlerweile in der Lage, etwa das 50-Fache des derzeitigen Lösungszutritts zu beherrschen“, sagt Nording. Das seien bis zu 500.000 Liter Wasser am Tag, während die Initiative das Doppelte verlangt. Den Vorschlag, das Asse-Wasser in die Nordsee zu leiten, soweit es unbelastet ist, bezeichnete er als interessant.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.