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Niedersachsen Astrid Grotelüschen: Scharfes Hundegesetz kommt
Nachrichten Politik Niedersachsen Astrid Grotelüschen: Scharfes Hundegesetz kommt
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22:59 05.05.2010
Von Michael B. Berger
Astrid Grotelüschen
Astrid Grotelüschen Quelle: dpa
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Es sieht einen Befähigungsnachweis für diejenigen vor, die künftig einen Hund halten wollen, etwa durch das Testat einer Hundeschule. Bei Hundebesitzern, die schon lange Tiere ohne Probleme haben, könnte es auch eine Steuerbescheinigung sein. „Wir wollen mit unserem Gesetz möglichst wenig Bürokratie erzeugen, aber die Hundehalter stärker als bisher in die Verantwortung nehmen.“

Gut eine Woche ist die 45-jährige CDU-Politikerin selbst in der Verantwortung im Ministeramt und hat zwei Tage nach ihrer Vereidigung bereits den Vorsitz bei der Tagung der Landwirtschaftsminister übernehmen müssen. Dass dies dennoch nicht zu einem Sprung ins kalte Wasser führte, mag auch darin liegen, dass sich die studierte Ernährungswissenschaftlerin, deren Eltern einen Gemüseanbaubetrieb hatten, mit landwirtschaftlichen Themen gut auskennt. Ihr Mann hat einen Putenkükenbrutbetrieb. Dass Grotelüschen schon von daher von Kritikern unterstellt wird, sie vertrete nur die Interessen der Agrarindustrie, ärgert sie: „Ich habe noch nie nur in eine Richtung gedacht.“ Sie weist darauf hin, dass die ersten Besuchstermine im neuen Amt Ökobetrieben galten – einer Branche, die erfreulicherweise auch in Niedersachsen wachse: „Gerade die Vielfalt macht uns in Niedersachsen stark.“ Grotelüschen betont, offen zu sein für neue Themen.

Einbringen will sie sich mit neuen Ideen in den Verbraucherschutz: „Da fühle ich mich zu Hause.“ So sei zwar die Kennzeichnung von Lebensmitteln klar gesetzlich geregelt, doch brauche man noch stärkere Mittel, um die Wahrnehmung des Verbrauchers für gute und gesunde Lebensmittel zu schärfen, etwa durch eine Ampel oder sogenannte Smileys („Du darfst“): „Da brauchen wir einfache, sofort verständliche Signale.“

Vom Schulobstprogramm der Europäischen Union hält sie wie ihr Vorgänger Heiner Ehlen wenig. Vom Grundsatz, dass Schüler „Obst in rauen Mengen essen sollten“, indes viel. „Deshalb werden wir überlegen, wie wir regionale Initiativen für Schulobstprogramme stärker unterstützen können.“ Gemeinsam mit dem Kollegen Bernd Althusmann will sie überlegen, wie man die Versorgung in den Kitas mit gesunder Ernährung verbessern könne. Schließlich sei bei Ernährungsfragen die Prägung schon von früh an, entscheidend: „Hier gilt das Sprichwort: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Bei der Ministerin zu Hause gibt es übrigens „gar nichts aus der Dose“. In der Debatte um den geplanten Bau neuer Mastbetriebe („Geflügelhighways“) in Niedersachsen wünschte sie sich einen sachlicheren Ton. „Da bräuchten wir eine Entemotionalisierung.“ So werde sie oft gefragt, warum das Land denn solche Mastställe fördere, dabei fördere ihr Ministerium hier gar nichts. „Das sind private unternehmerische Entscheidungen.“

Allerdings brächten die Geflügelmästereien auch viele Aufträge in eine Region, nicht nur für Landwirte, sagt Grotelüschen. „Dass wir in den Regionen, wo eine derartige mittelständische Wirtschaft vertreten ist, am Arbeitsmarkt positive Zahlen haben, kommt nicht von ungefähr. Oft haben wir in diesen durch Veredelungsbetriebe geprägten Regionen eine Entwicklung gegen den Trend.“

Saskia Döhner 04.05.2010
Klaus Wallbaum 04.05.2010