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Niedersachsen Atomkraftgegener besetzen Förderschacht in Gorleben
Nachrichten Politik Niedersachsen Atomkraftgegener besetzen Förderschacht in Gorleben
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13:33 05.10.2009
Proteste am geplanten Endlager in Gorleben. Quelle: lni
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Vier Mitglieder der Anti-Atom-Organisation Contratom waren am frühen Morgen auf den Förderturm der Schachtanlage geklettert und hatten Plakate mit den Aufschriften „Bringt Bagger!“ und „Stoppt das dreckige Atomgeschäft“ entrollt. Sie hätten den Turm nach Gesprächen gegen Mittag freiwillig verlassen, sagte ein Polizeisprecher.

Vor dem Gelände hatten gleichzeitig 50 Demonstranten den Rückbau des Erkundungsbergwerks und die Abschaltung aller Atomanlagen gefordert. Die Atomkraftgegner befürchten, dass eine neue Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP die Erkundung Gorlebens fortsetzen könnte. Die AKW-Gegner halten den Salzstock als Atommüll-Endlager für geologisch ungeeignet.

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„Zu Beginn der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen wollen wir erneut deutlich machen, dass nicht das Moratorium aufgegeben werden muss, sondern der Plan, in Gorleben ein Endlager zu erkunden und gleichzeitig zu errichten“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europäischen Parlament, Rebecca Harms, die mitdemonstriert hatte. Die Standortwahl sei politisch motiviert, wissenschaftliche Gutachten zur Gorleben-Eignung manipuliert worden.

Auch die „katastrophalen Entwicklungen“ im Forschungsbergwerk Asse ließen keinen anderen Schluss zu als einen „systematischen Neuanfang der Endlagersuche“, sagte Harms. Bei der Asse handelt es sich wie in Gorleben um einen Salzstock. In die instabile Schachtanlage dringt Wasser ein. Deshalb soll die Grube stillgelegt werden - entweder durch das Herausholen der Atommüll-Fässer, eine Umlagerung in tiefere Bereiche des Bergwerks oder das komplette Verfüllen der Grube mit Spezialbeton.

„Wir haben von einem rot-grünen Atomausstieg geträumt, wir fordern ihn auch von Schwarz-Gelb“, sagte Kerstin Rudek von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), die die Demonstration organisiert hatte. Die Besetzung des Bergwerks zeige, dass mit massiven Protesten zu rechnen sei, sollte am Gorleben-Moratorium gerüttelt werden.

lni

Klaus Wallbaum 04.10.2009
Margit Kautenburger 04.10.2009