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Niedersachsen Atomkraftgegner wappnen sich für Widerstand
Nachrichten Politik Niedersachsen Atomkraftgegner wappnen sich für Widerstand
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18:12 01.10.2009
Quelle: Nancy Heusel
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Die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ forderte am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, nicht nur mit den Energiekonzernen zu reden, sondern ins Wendland zu kommen und den Menschen dort zuzuhören. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg teilte mit, sollte die neue Regierung an Gorleben festhalten, „garantieren wir einen harten Dauerkonflikt“. Auch die SPD in Niedersachsen zeigt sich zum Protest bereit. Die niedersächsische CDU/FDP-Regierung fordert, den Salzstock Gorleben ergebnisoffen weiter auf seine Eignung hin zu untersuchen und den seit Jahren geltenden Erkundungsstopp aufzuheben.

Die Atomkraftgegner halten das Salzbergwerk dagegen für ungeeignet zur Endlagerung. Zudem gehen sie davon aus, dass die frühere schwarz-gelbe Bundesregierung unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) im Jahr 1983 ein maßgebliches Gutachten zur Eignung des Salzstocks geschönt hatte. Atomkraftgegner protestieren vor allem auch gegen eine Aufkündigung des Atomausstiegs, der die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke bis 2020 vorsah. Energiekonzerne wollen ihre Anlagen aber länger laufen lassen. Die Union erwartet schwierige Verhandlungen mit den Stromriesen. Der niedersächsische SPD-Landeschef Garrelt Duin forderte CDU und FDP auf, „die Untauglichkeit Gorlebens endlich anzuerkennen und die Profitinteressen der Atomindustrie dem Wohl der Bevölkerung in der Region unterzuordnen“. Andersfalls seien die Menschen in Niedersachsen zum Widerstand bereit. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, sagte Duin.

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Unterdessen richteten die Anti-Atom-Initiativen einen offenen Brief an Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle. Innerhalb von 24 Stunden sind nach Angaben der Organisatoren 25 000 Unterschriften zu dem Schreiben im Internet zusammengekommen.

lni

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Saskia Döhner 29.09.2009