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Niedersachsen Grüne räumen mit Pädophilie-Vergangenheit auf
Nachrichten Politik Niedersachsen Grüne räumen mit Pädophilie-Vergangenheit auf
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17:14 14.11.2014
Von Stefan Knopf
Der niedersächsische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Jan Haude, bat die Öffentlichkeit um Verzeihung.
Der niedersächsische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Jan Haude, bat die Öffentlichkeit um Verzeihung. Quelle: Holger Hollemann
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Hannover

Laut dem zwölfseitigen Bericht des Arbeitskreises haben einige Kreisverbände, insbesondere Hannover und Göttingen, in ihren Kommunalwahlprogrammen die Abschaffung der Paragrafen 174 und 176 gefordert. Diese setzen den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen, beziehungsweise sexuelle Kontakte mit Kindern unter 14 Jahren unter Strafe.

Darüber hinaus hat es laut Bericht Gespräche mit Vertretern der Pädophilie-Bewegung wie der Indianerkommune Nürnberg gegeben. Auch auf Landesebene sei das Thema diskutiert worden, etwa 1985 im Rahmen einer von der grünen Landtagsfraktion organisierten Veranstaltung. Es habe aber im Landesverband Niedersachsen „nach dem aktuellen Kenntnisstand zu keinem Zeitpunkt eine Beschlusslage gegeben, welche die Forderung nach Straffreiheit für sexuelle Kontakte mit Kindern zum Inhalt hatte“, heißt es in dem Bericht.

Die Grünen seien gerade in ihren Anfangsjahren ein Sammelbecken der verschiedensten Bewegungen gewesen. Dabei seien im Zuge der berechtigten Enttabuisierung von Homosexualität an einigen Orten unhinterfragt auch falsche Forderungen in die Programme übernommen worden. „Die sonst so streitlustige und diskussionsfreudige grüne Basis hat diesen Bereich offensichtlich ausgespart. Dies war ein schwerer Fehler in den Anfangsjahren der Grünen - auch in Niedersachsen“, urteilt der Bericht.

„Die Grünen Niedersachsen distanzieren sich in aller Deutlichkeit von den Forderungen nach Straffreiheit für pädophile Übergriffe“, sagt Haude. „Wir bitten alle, die sich durch die damaligen Debatten und Forderungen in ihrem Schmerz und Leid verhöhnt fühlten und fühlen, um Entschuldigung.“

Heiko Randermann 30.10.2014
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