Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Vom streitlustigen Hannoveraner
Nachrichten Politik Niedersachsen

Aus meinem Papierkorb: Vom streitlustigen Hannoveraner

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:52 29.11.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ
Hannover

Spitze. Einfach Spitze. Beruhigend, dass sich die Region Hannover auch im jüngsten großen Streitatlas ganz nach vorne gerobbt hat. So sei die Streitintensität in und um Hannover herum besonders hoch, meldet die Plattform Advocard. Hinter dem Streitatlas steht (aus mehr als durchsichtigen Gründen) eine Rechtsschutzversicherung. Jeder vierte Einwohner der Region Hannover sei in irgendeinen Streitfall verwickelt, mit 26,4 Streitfällen pro 100 Einwohner toppe die Region Hannover die Kreise Hameln-Pyrmont (22,9 Streitfälle) oder Hildesheim (24,1). Lediglich der Landkreis Celle liege mit 29,5 Streitfällen pro hundert Eingeborenen höher und weit über dem bundesweiten Durchschnitt (24,7 Streitfälle) . O Wohl dem Land und auch der Stadt, die ein Oberlandesgericht in ihren Mauern hat ....

Hoffentlich kalmiert der neue hannoversche Oberbürgermeister Belit Onay, der ein überaus sanftes und charmantes Auftreten hat, die Region nicht derartig, dass Hannover seine Fastspitzenstellung unter den Streithanseln (vergesst Celle nicht!) alsbald wieder verliert und ein ähnliches Schicksal erleidet wie Hannover 96. Man mag ja gar keine Pushmeldungen von diesem Verein mehr bekommen. Lauter Eigentore. Aber das war nur ein kurzes Wort zum Black Friday, der zumindest Schülermassen in Hannover zu unvergesslichen Einkaufserlebnissen verholfen hat. Warum heißt übrigens der Black Friday schwarzer Freitag? Jedenfalls nicht, weil die Händler an diesem Tag in den USA schwarze Hände vom Geldzählen gehabt haben sollen oder der Tag des großen Börsencrashs dank der Zeitverschiebung von einem Donnerstag auf einen Freitag geschoben worden ist. Vermutlich gibt es gar keine plausible Erklärung, was zu einem sinnfreien Tag des reinen Kaufrausches auch ganz gut passt.

Apropos Rausch: In rauschhaften Zustand gerät die Politik derzeit, wenn vom Klimawandel die Rede ist. Wir hatten uns vorzeiten eine Markise gekauft und dachten, der Klimawandel kann kommen. Weit gefehlt: Es weihnachtet sehr. Die Apokalypse naht, Venedig läuft über und niemand will den Stöpsel ziehen. Auch an der Ems nicht, die die Meyer-Werft durch immer mehr Kreuzfahrtschiffe ruiniert, die immer doller und dicker werden. Mein Gott, was war doch die „Titanic“ ein elegantes Schiff. Versunken und nimmer vergessen. Aber heute wird das Risiko, auf einen Eisberg oder einen Eisbären zu stoßen, viel geringer. Dafür muss man schon in den hannoverschen Zoo gehen. Und haben früher alle vom Wetter geredet, dann reden heute alle vom Klima. Auch unser „Klimaschutzminister“ und Deichgraf Olaf Lies sieht in dem vom Europaparlament ausgerufenen Klimanotstand ein „Warnsignal an uns alle“. Zur ganzen dramatischen Rhetorik passt allerdings nicht, dass Deutschland noch nicht einmal ein Tempolimit auf Autobahnen hinbekommt ...

Aber in Deutschland muss eben alles im XXL-Formaten gedacht werden. Natürlich bekommt auch der Reichstag eine XXL-Tanne aus dem Harz, eine 31 Meter hohe Fichte, die bei Schulenberg gefällt, dann aber um sieben Meter gekürzt werden müsste, damit sie auf einen 24 Meter langen Hänger passte. Nur so kam der verkürzte Riese nach Berlin. O, Freund Baum, was für irre Zeiten...

Von Michael B. Berger

800 Polizeischüler haben nach ihrem Examen für benachteiligte Kinder gesammelt. Der hannoversche Verein „Aktion Kindertraum“ bekam einen Scheck über 8000 Euro.

29.11.2019

14 Bundesländer wollen eine Neuordnung der Sommerferien – doch Bayern stellt sich quer und pocht darauf, weiterhin als letztes Bundesland in die Schulferien zu starten. Aus Niedersachsen und Hamburg kommt scharfe Kritik.

28.11.2019

Der Bau der für die Energiewende so wichtigen Stromtrasse Südlink von der Küste bis nach Bayern verzögert sich. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dringt darum auf eine beschleunigte Planung – er sieht die Versorgung in Gefahr.

28.11.2019