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Niedersachsen Brandanschlag auf Hamburger Spitzenpolitiker
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Auto angezündet: Brandanschlag auf Familie von Niedersachsens Regierungssprecherin

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12:35 26.10.2019
„Wir greifen nun die Köpfe der Hamburger Stadtregierung an“: In der Nacht zu Dienstag musste die Feuerwehr vor dem Haus des Politikers im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel löschen. Quelle: privat
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Hannover

Auf ein Auto vor dem Haus des Chefs der Hamburger Senatskanzlei, Jan Pörksen, und seiner Frau Anke ist diese Woche ein Brandanschlag verübt worden – mutmaßlich mit linksextremistischen Hintergrund. Unbekannte steckten in der Nacht zu Dienstag einen Audi an, der auf der Einfahrt vor dem Haus parkte, in dem der SPD-Politiker Pörksen mit seiner Frau wohnt. Anke Pörksen ist in Hannover Sprecherin der niedersächsischen Landesregierung.

Der Staatsschutz ermittelt

Jan Pörksen ist als Senatskanzleichef seit einem Jahr die rechte Hand von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

„Die Ermittlungen laufen, es werden noch Zeugen gesucht und befragt. Der Staatsschutz ist eingeschaltet“, sagte Polizeisprecher Daniel Ritterskamp. In einem mutmaßlichen Bekennerschreiben kündigen Unbekannte weitere Attacken an: „Wir greifen nun die Köpfe der Hamburger Stadtregierung an“, heißt es.

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Der Anschlag hat sich am frühen Dienstagmorgen gegen 2 Uhr ereignet. Anwohner, die das direkt am Haus parkende Auto lichterloh brennen sahen, riefen die Polizei. Der Wagen gehört allerdings nicht Staatsrat Pörksen, sondern einem anderen Bewohner des Hauses im Stadtteil Eimsbüttel. Das Fahrzeug brannte vollständig aus.

Der „dicke Audi“ – so formulieren es die Angreifer – brannte vollständig aus. Quelle: privat

Dennoch dürfte der Anschlag dem Staatsrat gegolten haben. Darauf deutet ein Bekennerschreiben, das am Donnerstag auf der von Behörden als linksextrem eingestuften Plattform Indymedia veröffentlicht wurde. Man habe in der Einfahrt eines Eimsbütteler Grundstücks „einen dicken Audi“ angezündet. Er habe ein „ausreichender Sicherheitsabstand zum Haus bestanden“, behaupteten die mutmaßlichen Brandstifter. Der Wagen stand indes direkt vor dem Mehrfamilienhaus, in dem Pörksen und andere wohnen.

Reaktion auf die Festnahme dreier Autonomer?

Möglicherweise steht der Anschlag in Zusammenhang mit Razzien nach dem von Gewaltausbrüchen begleiteten G-20-Gipfel im Sommer 2017. Auch noch in diesem Jahr durchsuchte die Polizei Gebäude. Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen, auch im Hinblick auf die G-20-Krawalle, hieß es bei der Hamburger Polizei. Es sei aber noch zu früh, etwas zu sagen.

In dem mutmaßlichen Bekennerschreiben heißt es, der Brandanschlag sei eine Reaktion auf die Festnahme von drei Männern, die sich die „Drei von der Parkbank“ nennen. Die drei Männer waren nach einem Bericht der „Hamburger Morgenpost“ im Juli dieses Jahres in Untersuchungshaft genommen worden. Sie werden der schweren Brandstiftung sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz beschuldigt. Nach der Festnahme gab es Solidaritätsbekundungen in ganz Deutschland – auch im niedersächsischen Wendland, wo es Verbindungen zur Anti-Kernkraft-Szene geben soll.

Weitere Attacken angekündigt

Jan Pörksen ist seit gut einem Jahr Chef der Senatskanzlei in Hamburg und damit die rechte Hand des Ersten Bürgermeisters Peter Tschentscher. Der 1964 geborene Jurist war zuvor lange Jahre Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration in der Hansestadt. Das mutmaßliche Schreiben der Brandstifter kündigt weitere Attentate an.

Von Michael B. Berger

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