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Niedersachsen Bahn frei für die Y-Trasse
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22:55 04.12.2009
Quelle: ddp (Symbolbild)

Das eigentliche Bauvorhaben wird nach Einschätzung von Experten rund drei Milliarden Euro verschlingen. Es ist das größte Verkehrsprojekt in Norddeutschland. Die Fertigstellung wird frühstens für 2015, nach einigen Schätzungen auch erst für 2020 erwartet.

Vor allem geht es darum, den zu erwartenden Containerverkehr des im Bau befindlichen Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven zu unterstützen. Den Tiefwasserhafen sieht Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ebenso wie sein Vorgänger Sigmar Gabriel (SPD) als zentralen Standortvorteil für Niedersachsen im 21. Jahrhundert.

Diskutiert wird über die Y-Trasse bereits seit 17 Jahren. Zuletzt hatte sich in der Frage der Planungskosten Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) quergestellt. Diesen Widerstand hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) jetzt nach eigenen Worten überwinden können.

„Dies ist ein klares Zeichen an die norddeutschen Küstenländer“, erklärte Ramsauer am Freitag. „Der Bund steht zu seiner Verpflichtung, die Zufahrten unserer Seehäfen konsequent auszubauen.“ Die niedersächsische Landesregierung hatte in den vergangenen Wochen zur Eile gemahnt – obwohl der Containerverkehr derzeit wegen der Wirtschaftskrise weltweit rückläufig ist. Nach der Krise werde der Warenstrom wieder stark ansteigen, argumentierte man in Hannover. Ramsauer machte sich diese Sicht jetzt zu eigen: „Wir müssen verhindern, dass die Container dann durch Nadelöhre transportiert werden.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) appellierte an die Bahn, mit den Bauplanungen für die Y-Trasse unverzüglich zu beginnen.

Grüne und Linke zeigten sich vom Meinungsumschwung des Bundes enttäuscht: Die Y-Trasse sei viel zu teuer, komme zu spät und bringe keine Entlastung. Der Verkehrsclub Deutschland und Bürgerinitiativen üben seit Jahren heftige Kritik an dem Milliardenprojekt und fordern stattdessen den Ausbau vorhandener Bahnstrecken. „Container, die auf See drei Monate unterwegs sind, müssen doch nicht per Zug innerhalb von fünf Stunden in München sein“, sagte Hannes Wilkens von der Bürgerinitiative gegen die Y-Trasse.

Einem Gerücht, die Bahn plane, die Y-Trasse von Burgwedel nach Lehrte zu führen, um so den Hauptbahnhof Hannover zu umgehen, widersprach Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Auch bei der Region Hannover ist davon nichts bekannt.

von Saskia Döhner
 und Bernd Haase

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