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Niedersachsen Bahn und Land treiben Y-Trasse voran
Nachrichten Politik Niedersachsen Bahn und Land treiben Y-Trasse voran
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20:18 01.11.2010
Von Dirk Stelzl
Auch vom Seelzer Rangierbahnhof sollen künftig Güterzüge auf die Y-Trasse und dann weiter zum Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven. Quelle: Stefan Arend
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Das Land Niedersachsen und die Deutsche Bahn treiben die Planungen für die sogenannte Y-Trasse zwischen Hannover, Hamburg und Bremen voran. „Wir brauchen die Y-Trasse“, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Montag nach einem Treffen mit Ministerpräsident David McAllister in Hannover. Wegen der wieder zunehmenden Güterströme sei sie „ein Muss“. Das Land stellt 10 Millionen Euro für die Weiterführung der Planungen bereit. Bahn und Land wollen zudem bei der Bundesregierung Druck machen, damit die Strecke OldenburgWilhelmshaven zügig ausgebaut wird.

Grube zeigte sich zuversichtlich, dass die Y-Trasse, deren Finanzierung durch den Bund offen ist, kommen werde. Durch die Hochgeschwindigkeitsstrecke soll auch die Hinterlandanbindung der norddeutschen Häfen verbessert werden. Neben Personen- sollen auf ihr auch Güterzüge fahren. Vor allem aber will man durch die Y-Trasse auf den bestehenden Strecken mehr Kapazitäten für Güterzüge schaffen. Kritiker zweifeln jedoch am Nutzen der Verbindung und halten es für sinnvoller, Geld für den Ausbau bestehender Strecken zu investieren.

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Die am Montag unterzeichnete Planungskostenvereinbarung zwischen Niedersachsen und der DB sei „vergeudetes Steuergeld“, kritisierte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Enno Hagenah. „Die im Vergleich zum Ypsilon viel günstigeren Ausbauten der sogenannten Amerika-Linie und der Strecke von Rotenburg nach Verden bringen mehr bundesweiten Nutzen.“ Der Versuch, sich durch einen zusätzlichen Haltepunkt in Walsrode die Zustimmung der Bevölkerung zur Y-Trasse zu „erkaufen“, sei ein „Werbegag“. Bahn-Chef Grube versprach nur, McAllisters Wunsch nach einem solchen Halt zu prüfen.

Für die Planungen sind bisher 55 Millionen Euro vorgesehen, die sich der Bund, die Bahn sowie Niedersachsen, Hamburg und Bremen teilen. Der Bund soll 19 Millionen Euro beisteuern. McAllister kritisierte, dass die Beteiligung Hamburgs und Bremens an den Planungskosten noch immer ausstehe. Bahn-Chef Grube rechnet damit, dass die Planungen für die Trasse 2014 abgeschlossen sein würden.

Auf einen Zeitpunkt für die Fertigstellung wollte er sich – wohl auch wegen der Erfahrungen mit „Stuttgart 21“ – nicht festlegen. Jetzt ein Datum zu nennen wäre unseriös, meinte er. Infrastrukturprojekte seien „extrem komplex“. „Da mache ich keine Zusagen; erst recht nicht in Deutschland.“ Auch die möglichen Baukosten wollte Grube nicht beziffern.

Grube und McAllister vereinbarten zudem den weiteren Ausbau der Heidebahn zwischen Walsrode und Soltau. In den Ausbau sollen bis 2015 etwa 27,5 Millionen Euro fließen.

Artikel wurde aktualisiert

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