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Niedersachsen Bald vergleichbares Abitur in ganz Deutschland
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21:49 19.10.2012
Ab 2017 soll die Abi-Prüfung in allen Bundesländern gleich schwierig sein. Quelle: dpa
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Hannover

Die neuen Standards soll es erstmals beim Abitur 2017 geben, Niedersachsen will allerdings schon drei Jahre vorher loslegen. Gemeinsam mit Hamburg, Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hat sich das Land bereits für 2014 auf gemeinsame Abiprüfungen in drei Fächern geeinigt.

Nach den Worten von Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) muss kein Schüler Angst vor härteren Prüfungen haben: „Das Abitur wird nicht schwieriger, nur besser vergleichbar.“ Die Angleichung der Standards wird seit Jahren von den Kultusministern debattiert. Ziel ist, die Abschlüsse bundesweit zu vereinheitlichen. Außerdem sollen Schüler der Oberstufe leichter von einem Bundesland ins andere wechseln können. Althusmann betonte, mit der Umsetzung der neuen Standards werde auch die Diskussion über die angeblichen Unterschiede in den Abiturprüfungen ein Ende finden.

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In Niedersachsen schreiben angehende Abiturienten schon im Herbst 2013 Probeklausuren. Allerdings werden die Schüler kaum einen Unterschied zu vorherigen Klausuren bemerken, da die Schulen schon länger darauf vorbereitet seien, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Der Abiturjahrgang 2014 kann sich schon jetzt drei Termine vormerken: Deutsch wird am 6. Mai geschrieben, Englisch am 9. Mai, und die Mathematikklausur folgt am 13. Mai. In allen sechs Bundesländern gelten diese Termine. Allerdings werden die Arbeiten nicht – wie bei einem Zentralabitur – gleich sein. So haben Schüler im Fach Deutsch drei Aufgaben zur Auswahl, von denen nur eine identisch in allen sechs Bundesländern sein wird. In Englisch wird es einen einheitlichen Pflichtteil von 60 Minuten geben. Nach den ausgearbeiteten Bildungsstandards wird in den Fremdsprachen der Fokus verstärkt auf das Sprechen und Hörverstehen gelegt, in Mathematik soll die Wahrscheinlichkeitsrechnung zentraler Bestandteil des Unterrichts sein.

Ein nationales Zentralabitur wie etwa in Frankreich mit einheitlichen Prüfungen, die ausnahmslos an einem Tag stattfinden – das wollen die deutschen Kultusminister nicht. Dagegen sprechen auch die unterschiedlichen Ferienregelungen in den 16 Bundesländern, auf die Wirtschaft und Tourismusgewerbe bestehen. Schüler-Union und der Deutsche Philologenverband begrüßen die Standards. Er hätte sich aber präzisere Regelungen vorstellen können, sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger.