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Niedersachsen Basis bestimmt SPD-Spitzenkandidaten: Weil oder Lies?
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19:32 17.09.2011
Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (links) und Landeschef Olaf Lies (rechts). Quelle: dpa (Archivbild)
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Hannover

Zwei herausgehobene Sozialdemokraten stehen in Niedersachsen als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2013 bereit: Neben SPD-Landeschef Olaf Lies hat am Samstag auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil sein Interesse angemeldet. Der SPD-Bezirksvorstand Hannover habe Weil einstimmig nominiert, sagte Bezirkschef Stefan Schostok. Lies hatte am Vortag bereits erklärt, gegen Ministerpräsident David McAllister (CDU) antreten zu wollen. Da sich der Parteivorstand nicht auf einen einzigen Kandidaten einigen konnte, liegt die Entscheidung jetzt bei den rund 65.000 SPD-Mitgliedern im Land.

Weil (52) ist seit fünf Jahren Oberbürgermeister von Hannover und war zuvor seit 1997 Stadtkämmerer in der Landeshauptstadt - er verfügt dementsprechend über große kommunalpolitische Erfahrung. Vor seinem Wechsel ins Rathaus hatte er als Rechtsanwalt, Richter, Staatsanwalt und im Justizministerium gearbeitet. Lies (44) ist seit knapp anderthalb Jahren SPD-Landeschef und sitzt seit 2008 im Landtag. Zuvor hatte der Elektroingenieur als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Fachhochschule Oldenburg gearbeitet.

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Am 24. September will sich der Landesvorstand erneut zusammensetzen, und das Vorgehen beraten. Bis kommenden Freitag 15.00 Uhr können andere Parteimitglieder ihre Kandidatur anmelden. In der Folge können sich die SPD-Mitglieder dann in vier bis sechs Regionalkonferenzen ein Bild darüber machen, wer McAllister herausfordern soll. Das endgültige Ergebnis soll dann am 27. November bei der Urwahl ermittelt werden.

Lies kündigte an, im Falle seiner Niederlage auch seinen Chefposten im Landesverband an den dann gewählten Spitzenkandidaten übergeben zu wollen. „Landesvorsitz und Spitzenkandidatur müssen in einer Hand liegen“, betonte er. Daher knüpfe er seine Zukunft als Landeschef direkt an das Ergebnis der Mitgliederbefragung.

Ursprünglich waren auch Schostok und dem Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil Ambitionen nachgesagt worden. Trotz eines vereinbarten Stillschweigeabkommens hatte Heil in dieser Woche aber überraschend in einem Interview erklärt, seinen Hut nicht in den Ring werfen zu wollen. Auch Schostok hat sich inzwischen umentschieden.

Beide, Lies und Weil, sind bei einer Niederlage in der Mitgliederbefragung politisch angeschlagen. Für Lies wäre es der erste Knick auf der bislang steilen Karriereleiter. Auch Weil müsste sich nach einer Niederlage die Frage gefallen lassen, ob er 2014 erneut bei der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt antreten kann.

Würde Weil 2013 McAllister jedoch schlagen und das einstige Gerhard-Schröder-Land nach zehn Jahren Schwarz-Gelb wieder für die SPD gewinnen, dürfte sich auch Schostok doppelt freuen. Als „Königsmacher“ könnte er dann auf einen guten Regierungsposten hoffen.

dpa

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